Umwelt & Natur: Über ein heilsames Leben in und mit Natur (03.März 2021)

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Über ein heilsames Leben in und mit der Natur, das Verbundenheit und nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht und einen globalen Mehrwert für das Leben darstellt

von Evelyn Rosenfeld

Ich komme gerade aus den kühlen Nebeln des Februarmorgens. Als der Mond noch hoch stand am Westhimmel, war ich hinaus gegangen, hinein in Aditi, mein geliebtes Land. Mehr als vier Jahre ist es nun her, daß ich alles was ich hatte und war hier hinein gegeben habe. Ich verschmolz geradezu mit diesem kleinen Berg an der bayerisch-thüringischen Grenze und als Eins wachsen wir empor. Mein Leben in der Natur ist heilsam und lässt mich eine tiefe Verbundenheit fühlen.

Leise flüsterten mir die Eschen vorhin zu, umfingen mich mit ihrer liebevollen Präsenz. Die ersten Amseln regten sich, Hasen raschelten im Gebüsch. Der Nebel löste sich in millionenfachen Tautröpfchen, den er über die Wiese streute. Der Atem des Morgens und des nahenden Frühlings brachte uns in den Tag. Als ich mich so genährt an der Feuerstelle niederließ und der Blick weit über das hügelige Land schweifte, kamen mir viele Bilder in den Sinn.

Aus Liebe zur Natur

Nie hätte ich mir als Akademikerin und durchtrainiertes Leistungstier träumen lassen, dass ein politisch wirksames und ökonomisch tragfähiges Leben so viel mit Staub, Schweiß und schwerem Handwerkszeug zu tun haben kann. Freilich hatte ich in den Zeiten, in denen ich politische Einrichtungen und Unternehmen beriet, immer betont, wie zentral die – seelische ! – Intention eines wie auch immer gearteten Vorhabens ist. Nicht Ziele, die uns nach konditionierten Abziehbildern nach vorne treiben. Hinaus aus der unbefriedigenden Gegenwart, hinein in einen zukünftigen Ergebnisstatus. Das sind die Bedingung für ein gelungenes Unternehmen. Und schon gar nicht Angst – vor irgendwelchen zukünftigen Entwicklungen. Vielmehr ist es die Liebe, die wir jetzt für das, was ist und was wir gerade tun, aufbringen können. Die Liebe, die darüber bestimmt, ob wir jetzt in Frieden und Fülle leben. Und dies ganz natürlich auch fortsetzen werden.

Und es ist für ein mit Sinnen, Empfindungen und Ideen ausgestattetes Menschenwesen verdammt schwer, vor einem Computer oder in einer täglichen, auf Arbeitsteilung basierenden Routine diese befriedigende Präsenz zu erfahren. Da helfen weder ein dreizehntes Monatsgehalt noch gesellschaftliche Anerkennung. Noch wertvolle Konsumgüter. Es ist das tätige Handanlegen, ja zuweilen auch: Schwitzen. Der sinnlich-physische Kontakt zu unseren Ideen und das Erleben der Gestaltgebung. Und es ist ein bewußtes Einatmen frostklarer Luft. Ein Gefühl von feuchter Erde zwischen den Fingern. Und der Gesang der Vögel bei der Arbeit und der Duft von frisch gesenstem Gras, der ein Menschenherz erblühen läßt.

Die Natur der Einfachheit

Derzeit, wo so viele Menschen sich fragen, wie es weitergehen wird mit unserer Gesellschaft und mit ihrem ganz persönlichen Leben, frage ich mich folgendes: wie viele Menschen ziehen in Betracht, dass der Verlust ihres monotonen, abhängigen Beschäftigungsverhältnisses ein echter Gewinn sein könnte. Wie viele Menschen können erkennen, dass die Reduktion ihres Einkommens Antrieb sein könnte für ein Leben mit weniger Konsum. Ein Leben mit weniger Bequemlichkeit, weniger Sicherheit – und daher auch mit mehr Kreativität. Mehr körperlicher Fitness und mehr Selbstausdruck und geistigem Wachstum?

Das Juwel der Einfachheit blieb den meisten Menschen der westlichen Hemisphäre bisher verborgen. Zu stark ist die bereits frühkindlichen Konditionierung auf Konformität, Sicherheit, Kontrolle und Abgrenzung. Ich blicke hinüber auf die zwei Hektar Ackerfläche, die gerade eben neuer Teil von Aditi geworden sind. Unglaublich viel Fläche – unglaublich viel Arbeit. Ich werde diesen werdenden Raum und die viele, harte, schöne Arbeit verfügbar machen. Für Menschen, die sich das Juwel der Einfachheit wieder erschließen wollen. Geborgen in der Fülle und Stille Aditis.

Archaische Heilkraft der Natur

Ich verlasse den Feuerplatz und gehe hinüber in den Kräutergarten. Still liegen sie da, die Permakultur-Beete mit Ysop und Salbei, Sonnenhut. Und all den anderen Kostbarkeiten, die uns die einheimische Natur zu Nahrung und Heilung zur Verfügung stellt. Nie werde ich vergessen, wie ich mit den ersten hundert Hundsrosen die Mikroräume für diese Kräutermanufaktur schuf. Es war das extreme Dürrejahr 2018, Träume hatten mich aufgefordert, den traditionellen Heilkräutern Raum und Hinwendung zu geben. Mitten im Herzen Aditis. Von Hand – ohne Maschinen, ohne Dünger, Pflanzenschutz und Kapital.

Stattdessen mit unendlicher Freude an den abertausend keimenden Kräutlein, ungezählten Stunden auf den Knien beim Setzen der jungen Pflanzen, berauschenden Sonnenuntergängen beim Gießen des erwachenden Gartens. Es war unglaublich mühsam. Und es war unglaublich heilsam: Mein heiß gelaufener Intellekt beruhigte sich, mein von städtischer Unruhe ausgelaugter Körper regenerierte sich. Mein Leben war in eine neue, tiefe Verbundenheit gemündet. Binnen eines Jahres – ein Jahr, in dem die üblichen Früchte auf den Äckern verdorrten und die deutschen Wälder den größten Teil ihres Fichtenbestandes verloren – heilte (s)ich ein verwahrlostes, verwachsenes Stück Wiese. Und brachte einen blühenden Garten strahlender Heilkräuter hervor.

Doch damit nicht genug: im Juli des selben Jahres überraschte ich mich selbst mit dem Kauf einer riesigen, altertümlichen Kupferdestille. Ich weiß noch, wie wir mit einem viel zu kleinen Campingkocher stundenlang darauf warteten, daß die 100 Liter Wasser im Destillenkessel endlich siedeten. Doch bald schon wurde es zum heiligen Akt. Zum vollkommenen Fest der Ernte, meine handgesammelten Kräuter zur Destille zu bringen, das Feuer zu entfachen und dem alchemistischen Prozeß beizuwohnen, der auf diese archaische Art und Weise die Seele, die Heilkraft der Pflanze, zu ihrer höchsten Potenz bringt.

Die Selbstheilungskräfte der Verbundenheit

Unbedarft und ohne großes Kalkül – jedoch unter fast unerträglicher Aufsicht von insgesamt neun Behörden – füllte ich die so gewonnenen, kostbaren Destillate in braune Fläschchen ab und brachte sie in die Welt. Was seither an Rückmeldungen und Erfahrungen mit diesen Destillaten zu mir zurück gelangt, ist atemberaubend. Würde ich selbst von solcherlei Heilerfolgen, Transformationserfahrungen und wunderbaren Begebenheiten schreiben, wie es die immer zahlreicher werdenden Anwender/innen der „Spirits“ tun, würde ich wohl nicht nur die mächtige Pharmaindustrie und die geschäftstüchtige Branche der Heilmittelhändler auf mich hetzen. Sondern wohl auch erhebliche Schwierigkeiten mit den Behörden bekommen, die die Destillate strengsten nur zum „Aromatisieren von Speisen und Getränken“ zugelassen haben. Ich halte es hier, wie mit Masken, Ausgangs- und Reiseverboten: Ich akzeptiere die demokratisch gewonnene Ordnung – und denke und handle verbunden eigenständig.

Durch viele Reisen in Südostasien weiß ich zu schätzen, dass wir hier in Mitteleuropa über ein einigermaßen funktionierendes System der Gewaltentrennung und der Rechtsstaatlichkeit verfügen. Ich steckte selbst tief genug in wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, um zu wissen, dass man auch bei uns mit Geld und Kontakten demokratische Vereinbarungen umgehen kann. Und doch ist die staatliche Situation, auf die jede/r Bürger/in zurückgreifen kann, kostbar und das Ergebnis eines
jahrhundertelangen Bemühens kluger und mutiger Menschen. Ohne Zweifel ist der Staatsapparat über ein gesundes Maß hinaus gewuchert und es steht eine Bereinigung an. Ebenso, wie der Großteil der Bevölkerung in ein konsumistisches Koma gefallen ist. Und die Grundvoraussetzungen für gemeinschaftliche Mitbestimmung nun nicht mehr zu erfüllen in der Lage ist. Auch hier bedarf es einer Auffrischung.

Doch ich werde meine kostbare und endliche Lebenszeit nicht damit verschwenden, mit überforderten Beamten zu diskutieren. Oder mich gegen Strafen wegen Lappalien zu wehren oder gar Berufspolitiker, die ich gar nicht persönlich kenne, ihrer Arbeit wegen anzuklagen. Vielmehr setze ich dieses eine kleine, kostbare Leben dafür ein, das Beste und Schönste, das mir innewohnt, zu entwickeln. Und für alle, denen es dienen kann, verfügbar zu machen. Meine Erfahrungen, Gedanken und Einsichten kommuniziere ich nicht nur und mache sie „diskutierbar“. Nein, ich setze sie auch in Taten um und mache die damit erlebbar und überprüfbar. So bleibe ich gesund und verbunden. Und das ist der natürliche, der heile Zustand, der sich auch nach und nach in unserer Gesellschaft einfinden wird.

Kreislauf und Wirtschaft

Über all diese Erwägungen zum viel gepriesenen Wassermannzeitalter und was es unserer heutigen Gesellschaft wohl für Veränderungen bringen mag, ist der Morgen schon weit fortgeschritten. Die Gedanken und Bilder haben mich hinaus aus dem Kräutergarten hin zu dem riesenhaften Acker begleitet, den ich gerade hinzu erworben habe…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/morgendammerung-eine-vision-fur-unser-jahr-2021/

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Eine Antwort zu Umwelt & Natur: Über ein heilsames Leben in und mit Natur (03.März 2021)

  1. yamahela schreibt:

    „Zurück zur Natur“ ist ein Slogan, aber auch die einzige Chance – die sich uns bietet., für die Erde und für uns. Der technische Fortschritt macht uns abhängig; und doch sind wir ihm nicht abgeneigt. können aber mit Vernunft das eine mit dem anderen verbinden..

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