Space & Science: Ein Signal von Proxima Centauri? + mehr… (23.Dezember 2020)

Ein Signal von Proxima Centauri? – Ein GreWi-Gastbeitrag von Seth Shostak

Das Parkes-Teleskop Copyright: Parkes Telcope

Das Parkes-Teleskop, Bild: Parkes Telcope

Nun, es könnten durchaus Außerirdische sein. Andererseits könnte auch sein, dass uns unsere eigene Technologie einen Streich spielt und in die Irre führt. Der britische „The Guardian“ vom 18. Dezember berichtete erstmals, dass Astronomen des „Breakthrough Listen“-Projekts – der umfassenden Radio-Suche nach außerirdischen Intelligenzen, die von der University of California in Berkeley durchgeführt wird – ein Funksignal aus Richtung Proxima Centauri entdeckt haben. Dies ist das uns am nächsten gelegene Sternensystem, nur 4,2 Lichtjahre entfernt, und es ist bekannt, dass es von mindestens zwei Planeten umkreist wird. Das Signal wurde vom Parkes-Radioteleskop rund 190 Meilen landeinwärts von Sydney in Australien empfangen. Da Proxima Centauri nur am südlichen Himmel sichtbar ist, braucht es ein Teleskop in “Down Under”, um unser nächstes Nachbarsystem zu beobachten.

– Bei diesem Artikel handelt es sich um einen GreWi-Gastbeitrag des Astronomen Dr. Seth Shostak vom SETI Institute. Die deutschsprachige Übersetzung wurde mit Genehmigung Shostaks durch Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) erstellt. Der Originalartikel erschien erstmals am 19. Dezember 2020 auf der Webseite des SETI Institute.

Bedeutet dies nun aber, dass SETI-Astronomen endlich ihren heiligen Gral gefunden haben, ein Funksignal, das nur von einem absichtlich konstruierten Sender auf einer anderen Welt ausgehen konnte?

Tatsächlich wäre genau das möglich. Aber die Forscher von „Breakthrough Listen“ achten sorgfältig darauf, dass sie sich keinem Wunschdenken hingeben, bis das Signal zusätzlichen Beobachtungen unterzogen wurde.

Was sind also die möglichen Auswirkungen dieses Befundes? Schauen wir uns einmal die möglichen Deutungswege an:

Zunächst einmal scheint es so, als variiere das Signal geringfügig in der Frequenz, es wackelt also leicht auf und ab. Das bedeutet: Es kommt also nicht von einer Antenne, die hier auf der Erde mit dem Boden verankert ist. Das macht es per Definition zwar umgehend zu einem nicht irdischen Signal, zertifiziert es aber immer noch nicht per se als von fremder Herkunft.

In der Tat könnte es sich um ein Telemetriesignal eines umlaufenden Satelliten handeln. Die Orbitalbewegung dieser Satelliten führt schließlich dazu, dass ihre Übertragungen in der Frequenz steigen und fallen.

Wer nun denkt, dass die Chancen, versehentlich einen Satelliten einzufangen, nicht groß sind, der sollte nochmals über diese Wahrscheinlichkeit nachdenken: Tatsächlich gibt mehr als 2.700 funktionierende Satelliten rund um unserem Planeten, die Informationen über das Wetter, Bilder für Google Earth, GPS-Signale für die Navigation und hochauflösende Fotos für das Militär liefern, um nur einige zu nennen. Diese Informationsflut ist zwar für unseren High-Tech-Lebensstil sehr wichtig, sie beeinflusst aber auch einen Großteil des Funkspektrums. SETI-Astronomen versuchen von je her, in diesem Funkheuhaufen eine Nadel zu finden.

Wenn es aber kein Satellitensignal ist, was könnte es sonst sein? Nun, es ist möglich, dass das Signal tatsächlich von etwas stammt, dass sich hinter Proxima Centauri befindet, also zufällig mit dessen Position und Richtung übereinstimmt. Ein Beispiel für eine solche Situation ist die aktuelle Konjunktion von Jupiter und Saturn: Für uns sieht es so aus, als ob Jupiter in den Raum des Saturn einzudringen scheint, wenn sich die beiden Planeten am Abendhimmel nähern. Am 21. Dezember betrug ihr Abstand nur 6 Bogenminuten. Aber natürlich werden Jupiter und Saturn sich nicht wirklich derart nahekommen. Tatsächlich trennen die beiden Planeten weiterhin rund 800 Millionen Kilometer leeren Raumes. Es hat also nur den Anschein, dass sie in einer Reihe stehen.

Vielleicht ist es also genau das, was gerade passiert: Das Signal käme dann nicht von Proxima Centauri, sondern von etwas anderem, das sehr viel weiter hinter dem Zwergstern liegt. Doch selbst wenn dem so wäre, so wäre das Signal weiterhin äußerst interessant, da natürliche Funksignale – wie sie etwa von Quasaren, Pulsaren und vielen anderen Mitgliedern des kosmischen Bestiariums erzeugt werden – nicht schmalbandig sind. Sie sind nicht auf einen derart kleinen Frequenzbereich beschränkt und konzentriert, wie dieses Signal es zu sein scheint…

Quelle und weiter: https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/ein-signal-von-proxima-centauri-ein-grewi-gastbeitrag-von-seth-shostak20201219/

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Statistik vermutet zahlreiche ausgestorbene Zivilisationen in der Milchstraße

Symbolbild: Blick auf unserer Heimatgalaxie, die Milchstraße. Copyright: P. Horálek/ESO

Symbolbild: Blick auf unserer Heimatgalaxie, die Milchstraße. Bild: P. Horálek/ESO

Pasadena (USA) – Die meisten der bislang in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, entstandenen Zivilisationen, haben sich vermutlich längst schon selbst ausgelöscht. Diese bereits zuvor formulierte Theorie wird nun von einer aktuellen statistischen Analyse gestützt. Neben der Statistik hat Ergebnis aber auch Konsequenzen für SETI, die praktische Suche nach außerirdischer Intelligenz.

Wie Xiang Cai von der Santiago High School, Jonathan H. Jiang und Kristen A. Fahy vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA und Yuk L. Yung vom California Institute of Technology (Caltech) vorab via ArXiv.org berichten, haben sie neuste astronomische Daten für eine statistische Modellierung des Entstehens und Vergehens außerirdischen intelligenten Lebens (ExtraTerrestrial Intelligence, ETI) innerhalb der Milchstraße genutzt – und das sowohl räumlich wie zeitlich.

Das Ergebnis modelliert Antworten auf die Fragen, wann und wo innerhalb unserer Milchstraße Leben am wahrscheinlichsten entsteht bzw. entstanden ist und identifiziert zugleich den wichtigsten, seine Häufigkeit beeinflussenden Faktor: intelligente Wesen mit einer Tendenz zur Selbstauslöschung.

Seit der ersten Formulierung der Drake-Gleichung (im November 1961) und der Zeit Carl Sagans haben wir unglaublich viel neues Wissen hinzugewonnen“, so Jiang und führt dazu weiter aus: „Besonders durch das Weltraumteleskop Hubble und das Planetenentdeckter-Weltraumteleskop Kepler haben wir viel über die Dichten von Gasen und Sternen in unserer Milchstraße, Sternentstehungsraten und die Entstehung sowie die Anzahl von Exoplaneten, aber auch Sternexplosionen (Supernovae) hinzugelernt. Heute kennen wir einige jener Werte (der Gleichung), die damals noch unbekannt waren…”

Quelle und weiter: https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/statistik-vermutet-zahlreiche-ausgestorbene-zivilisationen-in-der-milchstrasse20201221/

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Eine Antwort zu Space & Science: Ein Signal von Proxima Centauri? + mehr… (23.Dezember 2020)

  1. BixRon schreibt:

    Gerade las Ich obigen Artikel und während des Lesens hatte Ich am ganzen Körper ‚Gänsehaut‘.
    Weihnachtliche Grüße von
    Bix 😀 und Ron 😀

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