Spiritualität & Erwachen: Spiritual Empowerment (27.November 2020)

Wie wir durch „Spiritual Empowerment“ Zugang zu einer inspirierenden Quelle finden können

von Mehrdad Noorani

Jeder von uns hat in seinem Leben Ereignisse erlebt, die uns emotional und vielleicht auch physiologisch-hormonell durcheinandergebracht haben. Diese Ereignisse zerrütten nicht nur unser Gefühl von Frieden, sondern veranlassen uns oft auch, unser Leben und den Sinn unserer eigenen Existenz in Frage zu stellen. Der Weg der spirituellen Evolution befähigt jeden Suchenden, über diese beunruhigenden Erfahrungen hinauszugehen, indem er oder sie durch das Erreichen seines Wesens „wahren“ inneren Frieden erlangt.

In damaligen Zeiten, wenn ein Feind eine Stadt erobern wollte, umzingelte er zuerst diese und unterbrach dann die Wasserversorgung, damit die Bewohner in Panik gerieten und das Stadttor öffneten. Diejenigen, die einen eigenen Brunnen hatten, gerieten jedoch nicht in Panik, da sie Zugang zu ihrer eigenen Wasserversorgung besaßen. Für uns alle ist der „Feind am Tor“ all die Unsicherheiten und Probleme, mit denen wir in unserem Leben konfrontiert sind, und der „Brunnen“ ist der innere ewige Brunnen, den wir in unserem Herzen tragen.

Spirituelle Eigenermächtigung wird erreicht, wenn ein Suchender sein Wesen erreicht hat. Und somit in der Lage ist, nach Belieben seinen eigenen ewigen Brunnen zu erschließen, um ein Gefühl des Friedens aufrechtzuerhalten. Und auf den Wellen der emotionalen Stürme zu reiten, welche manche Menschen oft zum Sinken bringen. Dies ist die wahre Bedeutung von spiritueller Eigenermächtigung und innerem Frieden.

Ein ewig sprudelnder Brunnen im Inneren

Wenn man seinen inneren Brunnen anlegt, ist man nicht länger von der Welt der Formen besessen – denn man erhält Zugang zum universellen Bewusstsein, welches die Realität hinter allen Formen ist. Man lebt also nicht mehr in einer Welt der Illusionen; man wird tatsächlich wach und erleuchtet und wird schließlich ein Meister seiner Gefühle und seines Egos. Genauso wie man tief graben muss, um einen Brunnen zu schaffen, muss man auch tief in sich eintauchen und die verschiedenen Bewusstseinsebenen durchqueren, die das ausmachen, was wir als „Ich“ bezeichnen.

Auf dieser Reise erhalten wir auch Antworten auf drei existenzielle Fragen, die wir alle im Laufe unseres Lebens auf die eine oder andere Weise versucht haben zu beantworten. Diese Fragen sind: Wer bin ich? Woher komme ich? Warum bin ich hier?

Wie eine Person versucht, diese Fragen zu beantworten, bestimmt letztendlich ihr Schicksal. Selbst wenn eine Person sich entscheidet, diese Fragen nicht zu beantworten, hat sie in Wirklichkeit auch eine Entscheidung getroffen, die ihr Schicksal definiert. Diejenigen, die ihre eigenen persönlichen Antworten auf diese drei Fragen erhalten haben, werden oft betrachtet als Menschen, die die Station des vollständigen Selbstbewusstseins erreicht haben. In gewissem Sinne ist spirituelle Eigenermächtigung nichts anderes als der Zustand völliger Selbsterkenntnis. Das Tor zu diesem Zustand ist unser Herz und die Herstellung einer Eins-zu-Eins-Verbindung zu dem Bewusstsein, das uns Leben gab.

Einen Weisen um Hilfe bitten

Eine solche Verbindung lässt sich vielleicht am besten durch folgende Geschichte erklären – voller Allegorie und Symbolik – in der ein Mann am Hause eines Weisen um ein Seil bittet (Geschichten von Mullah Nassredin):

Der Weise antwortet auf die Anfrage des Mannes: „Du kannst es nicht haben!“ Der Mann, der zufällig sieht, wie das Seil unbenutzt neben dem Garten des Weisen ruht, fragt verwirrt: „Warum nicht?“ Der Weise lächelt und antwortet: „Weil es in Gebrauch ist.“ Als Antwort kratzt sich der Mann am Kopf und erwidert verwirrt: „Aber ich kann es dort auf dem Boden liegen sehen!“ Der Weise grinst und kontert: „Das ist richtig: das ist seine Verwendung!“ Der Mann, der von der Antwort des Weisen völlig verblüfft war, fragt verwirrt: „Wie lange wird es so in Gebrauch bleiben?“ Der Weise kichert als Antwort: „Bis ich das Gefühl habe, dass ich es verleihen möchte!“

Das Seil in dieser Geschichte ist symbolisch für die Verbindung, die der Weise durch jahrelange spirituelle Disziplin zum universellen Bewusstsein entwickelt hat. Es ist also eine persönliche Verbindung, die er mit niemandem teilen kann, dafür aber anderen zeigen kann, wie sie oder er seine oder ihre eigene Verbindung aufbauen kann. Da diese Verbindung jedoch ein metaphysisches Element hat, ist ihre Verwendung im Alltag des Weisen für einen anderen nicht-spirituellen Sucher nicht sichtbar. Deshalb geht der Mann fälschlicherweise davon aus, dass das Seil nicht benutzt wird. Obwohl der Mann auf der Suche nach einer solchen Verbindung ist, ging er fälschlicherweise davon aus, dass er die Verbindung eines anderen ausleihen könnte, und stellt dem Weisen daher die falsche Frage. Die richtige Frage wäre gewesen: „Wie kann ich in den Besitz eines solchen Seils kommen?“…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/spiritual-empowerment/

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