Space & Science: Private Mission zur Suche nach Leben auf der Venus könnte schon 2023 starten (26.September 2020)

UV-Aufnahme der Venus durch die japanische Sonde Akatsuki. Copyright: ISAS/JAXA

UV-Aufnahme der Venus durch die japanische Sonde Akatsuki.
Bild: ISAS/JAXA

Los Angeles (USA) – Nachdem die Entdeckung des potentiellen Biomarkers Phosphin in gemäßigten Atmosphärenschichten der Venus weltweit für Faszination und Spekulationen über mögliches Leben in der Venusatmosphäre gesorgt hat (…GreWi berichtete), dürften Missionen staatlicher Raumfahrtorganisationen noch viele Jahre benötigen, um startklar zu sein. Ein privates Raumfahrtunternehmen verfolgt hingegen schon länger den Plan einer Mission zur Venus und glaubt, schon 2023 eine Sonde zur Venus schicken und dort auch nach Leben suchen zu können.

Wie Space.com berichtet, bestätigte der Gründer des kalifornisches Raumfahrtunternehmens „Rocket Lab“, Peter Beck, die Pläne seines Unternehmens für eine Mission zur Venus, die nicht zuletzt von der Entdeckung von Phosphin in der Venus-Atmosphäre neuen Antrieb erhalten haben.

Hintergrund
Auf der Erde wird Phosphin von Mikroben erzeugt, die nahezu keinen Sauerstoff benötigen, stattdessen Phosphatmineralien und Wasserstoff absorbieren und als Ausscheidungsprodukt Phosphin abgegeben. Tatsächlich gibt es in der Venusatmosphäre nahezu keinen Sauerstoff. Da die Venusoberfläche selbst viel zu heiß ist, als dass hier erdartige Mikroben existieren könnten. Erst in Höhen von 48 bis 60 Kilometern erreichen die Temperaturen zwischen minus 17 und 93 Grad Celsius, weshalb man hier von einer „lebensfreundlichen Zone“ der Venus sprechen könnte. Genau hier haben die Astronomen nun auch das Phosphin entdeckt.

Potentielle Venus-Mikroben, so vermuten Astrobiologen, entstanden Ozeanen aus flüssigem Wasser, die einst – als das Venusklima noch wesentlich milder und lebensfreundlicher war – auf der Venusoberfläche existierten. Als sich die Venus dass in Folge eines massiven Treibhauseffekts zur heutigen „höllische Schwester der Erde“ erhitzte, zogen sich einige Mikroben in die gemäßigten Atmosphärenschichten zurück, wo sie sich bis heute existieren könnten, ohne je überhaupt auf die Oberfläche zu gelangen.

Tatsächlich könnte der Nachweis von Mikroben in der Venusatmosphäre ein Merkmal dieser erklären, das Wissenschaftler seit Jahren vor ein Rätsel stellt: Dunkle Streifen, die – so vermuteten einige Wissenschaftler bereits – von lichtabsorbierenden Bakterien erzeugt werden könnten. Die dunklen Streifen sind unter anderem auf UV-Aufnahmen der europäischen Sonde “Venus Express” zu erkennen.

Genau jene Atmosphärenschichten innerhalb derer das Phosphin aktuell nachgewiesen werden konnte, könnte die angedachte Rocket-Lab-Venus-Sonden erreichen und dort nach Mikroben suchen.

Geht es nach der von Space.com erläuterten Vision, so könnte sich die Venus-Mission von Rocket Lab gleich zweier bereits existierender Komponenten des Unternehmens bedienen, um zur Venus zu gelangen: Zunächst die 17 Meter hohe Startrakete „Electron“, mit der das Unternehmen bereits seit 2018 kleinere Satelliten ins All befördert, und den „Photon“-Satellitensonden, der erst im vergangenen Monat „Electron“ sein Debüt feierte.

Künstlerische Darstellung der Satellitensonde „Photon“ (Illu.).
Copyright: Rocket Lab

„Photon“ (s. Abb. l.) würde dann also mit einer „Electron“ auf eine Bahn gebracht werden, die sie auf einem Vorbeiflugs-Kurs zur Venus bringt. Während dieses Fly-By-Manövers wird “Photon” dann die Venus-Sonde absetzten und in die Venus-Atmosphäre einbringen. Vorbild für die atmosphärische Eintauchsonde sollen die Sonden der NASA-Mission „Pioneer-Venus“ sein, die 1978 die Venus erkundet hatten…

Quelle und weiter: https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/private-mission-zur-suche-nach-leben-auf-der-venus-koennte-schon-2023-starten20200924

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