Bewusstsein & Gesundheit: Lieben lernen – wie Nähe gelingt! (25.Februar 2020)

Nähe, Liebe und Verbundenheit zu spüren, hat mehr mit uns selbst als mit unserem Gegenüber zu tun. Ein einfühlsamer Artikel über die großen Themen wie Liebe und Nähe, und wie uns dieses Erleben gelingen kann.

von Henry Friesen

Denkst du, dass Liebe entweder da ist oder nicht? Oder dass es mit dem Partner zusammenhängt, ob du Liebe empfinden kannst? Du müsstest doch nur den richtigen Partner finden, dann wäre alles gut. Dann würde alles fließen und du könnte dich in Hingabe verschenken. Leider ist das ein Trugschluss und führt uns immer wieder in die gleichen Situationen. Und das Einzige, das sich verändert, sind die Darsteller. Doch du darfst dich für Liebe öffnen! Wenn nicht jetzt, wann dann?

Was ist Liebe?

Liebe entsteht und fließt, wenn sich dein Herz öffnet. Wenn dein Herz offen ist, spielt es weniger eine Rolle, wem du dich gegenüber siehst. Vielmehr darfst du erkennen, dass du mit allem verbunden bist und dass Liebe ein Grundgefühl dieser Verbindung ist. Du kannst Liebe für alles empfinden, was ist. Die Liebe verstärkt sich und dehnt sich aus. Das ist ein Gefühl der Fülle, des Überfließens und des Glücks. Du läufst durch die Straße, siehst – oder besser fühlst – auf einmal die Menschen, die um dich herum sind. Dann spürst du die Natur und nimmst dich in diesem Strom des Lebens als eine vibrierende, lebendige, sich verströmende Energie war. Nun bist du Liebe und fließt über.

Wenn du auf diese Weise in deinem Leben bist, erlebst du in deinen Beziehungen Nähe, Glück und Lebendigkeit. Du stehst in deinem Alltag vielleicht vor vielen Herausforderungen und Aufgaben. Diese können es schwierig machen, den Partner und die Welt durch ein offenes, liebendes Herz zu sehen. Oder in einem dauerhaft weiten Zustand zu bleiben. Außerdem kennst du womöglich schwierigen Situationen im Leben, in denen du Frust, Streit und Konflikte erzeugst. Fällst du dann aus diesem weiten Feld der Liebe heraus? Du kannst deine Liebesfähigkeit bewusst stärken und dich mit ein paar kleinen Schritten immer wieder der Liebe und dem Wohlwollen öffnen. Im Folgenden möchte ich den Mut zur Wahrheit als Brücke aufzeigen, die dich über dein Ego hin zur Liebe führen kann.

Zeige dich in deiner ganzen Wahrheit

Verbindung und Nähe entsteht da, wo es Verbindungspunkte gibt. Du kannst dich verstecken, dich vor deinem Gegenüber schützen. Oder du zeigst dich mit dem, was tatsächlich in dir ist. Durch das Teilen deiner aktuellen Gefühle und Prozesse schaffst du einen Verbindungspunkt. Über diesen streckst du die Hand zu deinem Gegenüber aus und öffnest die Tür für einen wirklichen Kontakt.
Es braucht hierfür drei Schritte: 1. Innehalten 2. Innenschau 3. Herzenstalk

1. Innehalten

Das Innehalten fällt schwer, weil deine Gedanken dich in ihren Bann ziehen können. Die Gedanken sind ein Strom, der dich mitreißen und von dir wegtragen kann. Kennst du es, den Gedanken nachzugehen und dich vielleicht in ganzen Geschichten zu verlaufen? Dabei verlierst du den Kontakt zu dir selbst. Du fühlst deinen Körper nicht mehr so gut und bekommst den Augenblick nicht mehr ganz mit. Das passiert auf einer ganz feinen Ebene. Irgendwie weißt du, dass du nicht ganz frei und präsent bist. Häufig registrierst du das erste nach einer ganzen Weile.

Wer kennt es nicht, nach einer langen Autofahrt nicht mehr zu wissen, wie man angekommen ist. Die ganze Fahrt hat sich wie hinter einem Schleier abgespielt. Einem Schleier aus Gedanken. Es braucht ein großes Maß an Bewusstheit, um wieder aus diesen Mühlen auszusteigen, die Mechanismen und Gedanken in sich zu beobachten.

Am Anfang kann es sein, dass es fast unmöglich erscheint, als wärst du du zu schwach, die Entscheidung zu treffen, den Gedanken nicht mehr zu folgen. Freue dich über jeden Moment, in dem du das registrierst. In diesem Moment bist du da, in diesem Moment hast du innegehalten. Freue dich darüber, anstatt dich für die Momente zu bestrafen, in denen du deinen Gedanken nachgegangen bist. Fang an dich zu stärken! Es ist wie ein Muskel, den du betätigst. Du merkst in diesem Moment, dass du nicht ganz da warst. Damit wirst du es bereits leichter haben, beim nächsten Mal wieder innezuhalten. Du wirst von mal zu mal lebendiger und handlungsfähiger. Schritt für Schritt wächst so dein Vermögen innezuhalten, aus deinen Gedanken auszusteigen und wieder im Hier und Jetzt anzukommen.

Mache es genau jetzt! Halte inne! Hebe deinen Blick und registriere, wo du bist. Schau dich um und nimm wahr. Öffne deine Sinne wieder. Komm zurück in das Jetzt. Du kannst nicht in Kontakt sein, wenn du keinen Zugang zu dir hast und dich von deinen Gedanken wegtragen lässt. Um wirklich in Kontakt sein zu können, musst du anwesend in dir, anwesend in deinem Körper sein. Probiere es jetzt aus. Hebe deine Augen und schau dich in diesem Moment um. Du beginnst wirklich zu sehen, wenn du genau hinschaust. Schau die Dinge um dich herum genau an. Erkenne die Struktur der Tapete, erkenne die Farbe deines Schrankes, die Fasern deines Teppichs. Lausche dem Regen an deiner Fensterscheibe und fühle die Temperatur des Raumes. Fühle den Stoff deiner Couch, auf der du gerade sitzt.

Wenn du rausgehst, beobachte die Form eines Baumes. Erlebe, wie sich Zweige und Blätter im Wind wiegen. Erlebe alles neu, wie ein Baby, das die Welt zum ersten Mal erblickt. Alles ist spannend, alles ist schön. Am Anfang kann dir das ungewohnt und banal vorkommen. Doch wenn du dich diesen Wahrnehmungen öffnest und Zeit in diesem wahrnehmenden Feld verbringst, öffnet sich in dir ein Raum. Es geschieht etwas in deinem Herzen, das dich immer mehr mit allem verbindet. Mache es genau jetzt. Nimm dir Zeit, aus den Fluten der Gedanken auszusteigen und innezuhalten. Tritt heraus aus dem Sog und beobachte. Alles ist bereits da. Du kannst dein Herz in jedem Augenblick öffnen, bereits jetzt.

Du bist!

Wenn du gerade mit einem Menschen zusammen bist, haltet gemeinsam inne. Setzt euch voreinander. Schaut euch in die Augen und hört auf, euren Gedanken zu folgen. Blickt einander an. Schau hin zu der Person, die dir eggenüber sitzt. Schau ihr in die Augen und lasse den Blick sinken. Sei neugierig und fühle hin. Es ist möglich, diesen Menschen hinter seiner Form zu erkennen. Durch die Augen deines Gegenübers scheint ein Wesen, der Kern dieser Person blickt hervor…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/lieben-lernen-wie-naehe-gelingt/

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2 Antworten zu Bewusstsein & Gesundheit: Lieben lernen – wie Nähe gelingt! (25.Februar 2020)

  1. yamahela/Armin schreibt:

    Viele wollen gar keine Nähe; und selbst jene, die sich darauf einlassen.. sind oft noch spirituell unerwacht – und meinen, den Partner über Gebühr belasten zu dürfen..das nennen sie dann: Liebe/Treue/Verlässlichkeit..

  2. yamahela/Armin schreibt:

    Auch wenn man all dies Aufgezeigte beachtet-ja Wertschätzt., ist es keine absolute Gewähr – für ewige Liebe/ewiges Zusammensein.; die Polaritäten verändern sich wieder..im Laufe des Lebens-je nach Blickwinkel und „Verfahrenshintergrund“.

    Die Liebe ist eine Wohnung mit Hindernissen..

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