Spiritualität & Erwachen: Asana – Tempeltanzgymnastik oder Versenkung in das Innere? (21.Januar 2020)

Was Asana wirklich bedeutet und warum die indische Tempeltanzgymnastik (Hatha) eine Vorbereitung auf  wahres Yoga ist – ein Versenkungsweg nach Innen.

von Carola Hempel

Wirkliche Yogis sind Menschen, die den tieferen Sinn der Gottverbundenheit – was Yoga bedeutet – erkannt haben. Diesen Weg der Erkenntnis erreichen sie, indem sie den präzisen Anordnungen der Yogalehren folgen und durch langen aufrechten ruhenden Sitz – was Asana wirklich heißt – tief in den „Versenkungsweg nach Innen“ in sich selbst eindringen.

Die drei Stufen des Versenkungsweges

Über die drei Stufen des „Versenkungsweges“ der
1. Inneren Konzentration – der gedanklichen Ruhe
2. inneren Kontemplation – der bildhaften Wahrnehmung
erreichen die Übenden durch innere Zentrierung den Endzustand, die dritte Stufe, die Meditation.
Meditation – von „Medi = Mitte“ kommend – bedeutet völlige bewusste Gottverbundenheit, die im eigenen inneren Zentrum des Menschen – in seiner physischen Mitte – erreicht wird.

Nur wer diesen Zustand vollzogen hat, kann als Yogi bezeichnet werden. Ein Solcher kennt durch das eigene innere Erleben den hier skizzierten Weg nach Innen. Und die damit verbundenen mentalen und fühlenden Übungen. Er weiß, dass nur der stille, in sich ruhende, aufrechte Sitz, die unumstößliche Grundlage ist, die ihn zur wahren Gottverbundenheit führt.

Asana – der aufrechte Sitz

Somit ist „Asana – der aufrechte Sitz“ von elementarer Bedeutung in der Ausübung des Yoga. Aus diesem Grunde haben die wahren großen Yogis zu allen Zeiten immer wieder versucht, die wirkliche Bedeutung von Yoga und dem „Heiligen Sitz“ – dem Asana – den Menschen nahe zu bringen.

Hierzu schrieb bereits Pantajali seine Yoga-Sutren. In dieser Zusammenfassung erklärt er klar und deutlich den Yoga-Weg und dessen Grundlagen: den „aufrechten Sitz“, das „Abschließen des Äußeren“, die „Atmung und die Versenkung nach Innen“.

Mit keinem Wort erwähnt Pantanjali Sportübungen (Positionen), weil es diese im wahren Yoga nicht gibt.
Auch Ramana Maharishi (bitte nicht mit Maharishi Yogi verwechseln!) und Swami Yogananda (+ 1952) von der Gruppe der indischen Giri haben wiederholt und deutlich in ihren Schriften und Vorträgen wichtige Erklärungen geliefert. Dass die indische Gymnastik, die vorwiegend isometrischen Übungen der indischen Tempeltänzer, rein gar nichts mit dem Yoga-Weg zu tun haben. Diese Übungen dienen ausschließlich der körperlichen Stabilität und in ihrer höchsten Übungsform durch die damit verbundene Atempflege lediglich dem seelischen Ausgleich des Menschen. Und wirken darum genau genommen rein physisch-mental, jedoch nicht rein geistig!

Dass Asana nur „aufrechter Sitz“ bedeutet, und nicht „verschiedene Übungspositionen aus der indischen Tempeltanzgymnastik“, erklärt uns bereits der alte Text des Pranava – Veda – siehe dort Seiten 84, 311. In diesem Text wird die Lotusblume als Symbol eines Weltsystems erklärt, indem als „Vertreter des tätigen Daseins“ Brahma – die erste offenbarte Kraft der Gottheit weilt. Brahma wird in dem Text als „Kamal-Asana“, der ruhig auf einem Lotus Sitzende bezeichnet. Nur aus der Kraft seiner inneren Konzentration aktiviert er die Schöpfungsenergie. Er belegt damit, dass der ruhige Sitz die Grundlage des Yoga ist, aus der die Schöpfungsenergien freigesetzt werden. Mit dieser Position (Asana) ist er somit das Vorbild für alle, die den wahren Yoga ausüben wollen.

Hatha Gymnastik als Vorbereitung auf den Versenkungsweg

Asana als „aufrechter Sitz“ wurde im letzten Jahrhundert nicht nur von den großen Yogis so erklärt. Auch die theosophischen Experten der ersten Stunde – allen voran Frau Dr. Besant, Herr Dr. Hartmann etc. – ebenso führende weltweit anerkannte Sprachspezialisten der Indiologie, wie z.B. der deutsche Prof. Helmuth von Glasenapp, sind alle unabhängig voneinander zu der gleichen Erkenntnis gelangt. Dass die richtige Formulierung und Ausführung von Asana eindeutig nur „der aufrechte Sitz“ ist.

Aus dieser über viele Jahrhunderte reichendenden faktischen Erklärungskette zu dem Begriff Asana ist klar erkennbar, dass die vorgenannte alte indische Tempelgymnastik, die heute allgemein als „Hatha“ bezeichnet wird, mit dem wahren Yoga in keiner Verbindung steht. Es handelt sich hier um zwei völlig verschiedene Disziplinen:

Die indische (Hatha)Gymnastik wurde nur entwickelt, um gesamtheitlich die körperliche Stabilität zu fördern und kann in der höchsten Stufe bis zur inneren Ruhe führen.

Yoga dagegen beginnt nur mit dem „aufrechten stillen Sitz“ und führt über die oben genannten drei Stufen eines Tages zur einen Gottverbundenheit…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/asana-tempeltanzgymnastik-oder-versenkung-in-das-innere/

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5 Antworten zu Spiritualität & Erwachen: Asana – Tempeltanzgymnastik oder Versenkung in das Innere? (21.Januar 2020)

  1. yamahela/Armin schreibt:

    Wirkliche Yogis(..) müssen nicht unbedingt auf einem (Zafu-)kissen sitzen – oder „Übungen“ machen.; wobei – das auch nicht ganz ausgeschlossen sein muss…

  2. muktananda13 schreibt:

    Es gibt 84 Asanas, wobei jedoch jede körperliche Stellung eine Asana darstellt.
    Von allen, die, welche die sichere Konzentration und Meditation im Sitzen erlauben, sind wirklich wichtig und gar unerläßlich für den Yogi. Die leichteste und beliebteste von allen ist Siddhasana.

  3. muktananda13 schreibt:

    Für den grobstöfflichen Körper gibt `s in allen Welten nichts Besseres als Hatha-Yoga.
    Für die Erkenntnis eigener Seele gibt`s in allen Welten nichts Besseres als Raja-Yoga.
    Hatha-Yoga ist nur die Vorstufe des Yoga, so wie Zeichen die Vorstufe aller Bildender Künste ist.

    „01. Gegrüßt sei Siva, der das Wissen des Hatha-Yoga genau darlegte, welches den Anwärter wie auf einem Treppenaufgang zu den höchsten Gipfeln des Raja-Yoga führt.
    02. Nachdem er zunächst seinen Lehrern Srinatha ehrfürchtig gedachte, erklärte Yogi Swatmarama nun den Hatha-Yoga, zur Erlangung der Kenntnisse des Raja-Yoga.“
    ( Hatha-Yoga-Pradipika)

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