Spiritualität & Erwachen: Die spirituelle Dimension von Weihnachten – das Geheimnis der inneren Alchemie (15.November 2019)

Die Weihnachtsgeschichte lenkt das Verständnis auf ein historisches Geschehen. Aber es gibt auch eine spirituelle Dimension von Weihnachten. Sie lenkt den Blick auf die Geburt des Lichtes im menschlichen Herzen und einen alchemischen Prozess, der im Menschen einen tiefgreifenden Wandel vollzieht.von Ortrun Göbel

Im folgenden Text wird dieser innere Prozess erkundet. Er beginnt mit Weihnachten, der Geburt des Lichtes im menschlichen Herzen – und führt über mehrere Stufen der Wandlung zum wahren göttlichen Selbst. Dabei stellen wir fest, dass in der christlichen Tradition diese Stufen immer bekannt waren. Die innere Alchemie ist also ein universelles Thema und jedem spirituell ausgerichteten Menschen zugänglich. Das Verständnis dafür setzt einen Prozess im eigenen Innern in Gang. Es ermöglicht das Erwachen eines neuen Bewusstseins.

Äußeres und inneres Christentum

Das Thema Weihnachten ist aus spiritueller Sicht stark verknüpft mit einem wichtigen Aspekt der Transformation des menschlichen Bewusstseins und des gesamten menschlichen Lebens. Wir deuten es an als „das Geheimnis der inneren Alchemie“.

Zunächst möchten wir erklären, was das Goldenene Rosenkreuz die „innere Dimension des Christentums“ nennt. Wir sehen das Christentum in seiner urchristlichen Tradition als einen Teil der Universellen Lehre an. Überall auf der Welt, in allen Kulturen, wurde diese Weisheit der Menschheit zu allen Zeiten überbracht. Das Christentum ist eine dieser verschiedenen Traditionen. Wir können das Christentum von einem äußeren und von einem inneren Blickwinkel aus betrachten. Dazu benutzen wir die beiden Begriffe „exoterisch“ und „esoterisch“. Es sind der äußerliche oder der innere Aspekt einer jeden Tradition, die zur Universellen Lehre gehört, so wie das Christentum. Wenn wir von Weihnachten sprechen, dann sehen wir darin vor allem ein Symbol für die Geburt des Lichtes in der Welt oder die Geburt des Lichtes im Menschen.

Weihnachten als Symbol eines Transformationsprozesses mit vier Aspekten

Im Christentum gibt es vier Hauptfestlichkeiten. Drei davon sind den meisten Menschen bekannt. Die vierte entwickelte sich im Mittelalter unter dem Einfluss der Katharer in Europa. Diese vier Festlichkeiten repräsentieren die vier verschiedenen Aspekte eines inneren Wandlungsprozesses. Wir deuten sie an als die spirituellen Aspekte von Weihnachten und als das Geheimnis der inneren Alchemie oder des innerlichen alchemischen Prozesses.

Diese vier Aspekte sind:

Weihnachten, Ostern, Pfingsten und die so genannte Manisola. Weihnachten steht für den Beginn und die Türe zur Entfaltung eines tief innerlich verankerten Impulses, der in jedem Menschen ruht. Deshalb ist die Zeit um die Sonnenwende zur Winterzeit hier auch der passende Zeitraum für dieses innere Entwicklungsfeld. Ostern, um die Zeit des Frühlingsäquinoktium herum gefeiert, steht für die erste große Transformation des inneren Transformationsprozesses, das Entstehen einer Energie, die sich durch die Beendung des natürlichen zum seelisch gereiften Zustand hin ergibt. Pfingsten steht in engem Zusammenhang mit der Sommersonnenwende.

Dieses Fest deutet an, dass das seelisch Entwickelte zu transformieren ist hin zum geistigen Aspekt, der hinter dem Seelischen schwingt. Dies sind die bekannten Feiertage des traditionellen Christentums. Die Katharer kannten noch ein weiteres Fest. Ihr höchster Feiertag war die Manisola, das Fest des Parakleten, des Trösters, also eine weitere Feierlichkeit, die in Zusammenhang mit dem Geist zu sehen ist. Die katharische Kirche wurde auch die Kirche des Parakleten genannt. Das höchste Ziel war es, das Seelische und das Geistige vollkommen zu verbinden. Diese Verbindung wurde in der Zeit um die Herbst-Tag-und Nachtgleiche gefeiert.

Die beschriebenen Feiertage stehen auch für die vier Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer und Herbst als die vier Türen der Wandlung. Wir sehen sie in der Natur als konkrete Andeutung für den Wandlungsprozess im Inneren des Menschen: als Samen, als neue Knospe, als neue Blüte eines absolut neuen Bewusstseins und als Frucht, die der Baum schließlich in einem reifen Stadium seiner Entwicklung hervorbringt – nicht allein für sich selbst, sondern für alles Leben um ihn herum.

Die vier Stufen der Verwandlung

In den Evangelien des Neuen Testamentes finden sich ebenfalls Parallelen anhand verschiedener Charaktere. Für den geschilderten Transformationsprozess stehen vier zentrale Charaktere: Herodes, Johannes der Täufer, Jesus und Christus. Aus der esoterisch-christlichen Perspektive – also aus dem Blickwinkel der inneren Wandlung – stehen diese vier Charaktere für vier verschiedene Aspekte innerhalb eines Bewusstseins in ein und demselben Menschen. Sie beschreiben, wie man diesen inneren Wandlungsprozess mit einem bestimmten Bewusstseinszustand beginnt und während der Transformation verschiedene Spiralen oder Stufen der Verwandlung durchläuft…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/die-spirituelle-dimension-von-weihnachten-das-geheimnis-der-inneren-alchemie/

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