Bewusstsein & Gesundheit: Studie zeigt, wie gesund Barfußgehen sein kann

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In westlichen Ländern sieht man nur wenige Menschen, die barfuß gehen. Selbst kleine Kinder müssen auch bei warmen Temperaturen meist Schuhe tragen. Dabei gäbe es genügend Gründe für häufiges Barfußlaufen, wie nun auch eine Vergleichsstudie von Sportmedizinern in Deutschland und Südafrika zeigte.

Gesundheitsexperten weisen immer wieder darauf hin, wie gesund Barfußlaufen ist. Man trainiert dabei nicht nur die Widerstandsfähigkeit der Füße, sondern stärkt auch Muskeln und Gewebe. Laut Fachleuten könnten auch so manche Fußfehlstellung und spätere Fußschmerzen durch Barfußgehen verhindert werden.

Zudem sorgt es für weniger Rückenprobleme und auch gegen Schweißfüße wird empfohlen, öfter mit nackten Füßen rumzulaufen. Verschiedene gesundheitliche Vorteile konnten nun in einer wissenschaftlichen Untersuchung belegt werden.

In einer neuen Vergleichsstudie von Sportmedizinern in Deutschland und Südafrika wurde belegt, dass Barfußgehen gesund ist.

Für die Studie untersuchten und vermaßen die Forscher die Füße von insgesamt 1.015 Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren in beiden Ländern.

Wie der promovierte Hamburger Sportmediziner Karsten Hollander, der das Forschungsprojekt zusammen mit seiner Jenaer Kollegin Prof. Astrid Zech leitete, laut einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa sagte, sei das Barfußgehen bei Kindern und Jugendlichen in der südafrikanischen Westkap-Provinz um die Stadt Stellenbosch, unabhängig vom sozialen Status, sehr verbreitet. „Auch die Studenten gehen barfuß zur Uni.“

Die Probanden aus Deutschland waren Schüler aus Hamburg sowie den angrenzenden schleswig-holsteinischen Landkreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Sie trugen natürlich den größten Teil des Jahres Schuhe.

Die Schüler in beiden Ländern wurden von den Wissenschaftlern zwischen März 2015 und Juni 2016 beim Gehen, Laufen, Weitspringen und Balancieren beobachtet. Berücksichtigt wurden die Unterschiede beim Gewicht, Geschlecht, ethnischem Hintergrund und der körperlichen Aktivität.

„Die Ergebnisse deuten auf einen Einfluss der gewohnheitsmäßigen Schuhnutzung auf die Entwicklung der Füße von Kindern und Jugendlichen hin“, schreiben die Studienautoren.

„Für die Entwicklung kindlicher Füße kann es eine wichtige Rolle spielen, ob man barfuß oder beschuht aufwächst.“

Laut den Forschern bringe dies „langfristige Konsequenzen für das motorische Lernen und die Gesundheit im späteren Leben mit sich“. Die Studie wurde vor kurzem im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht.

Bei einem 20-Meter-Lauf zeigte sich, dass die normalerweise barfuß gehenden Versuchsteilnehmer im Alter von sechs Jahren zu 75 Prozent vermehrt mit der Ferse aufsetzen.

Bei den Kindern aus Norddeutschland, die normalerweise Schuhe tragen, machten dies jedoch nur drei Prozent, sie bevorzugten also das Auftreten mit dem Vorfuß. Laut Hollander verringere sich der Unterschied zwischen beiden Gruppen erst im Alter der Pubertät.

Des Weiteren stellten die Forscher fest, dass Schuh-Kinder eher zu Plattfüßen neigen. Ihr Fußgewölbe war durchschnittlich um acht bis zwölf Prozent flacher als das der Barfuß-Kinder.

Außerdem konnten die südafrikanischen Schüler aus dem Stand drei Zentimeter weiter springen und machten beim Balancieren auf einem dünnen Balken weniger Fehler.

„Ob man barfuß aufwächst, hat großen Einfluss auf die Fußentwicklung, das Gangbild und die körperlichen Leistungsfähigkeit“, so Hollander laut Deutscher Presse-Agentur.

Er empfiehlt Eltern, ihren Nachwuchs barfuß gehen zu lassen. „Es reicht schon, für eine gewisse Zeit beispielsweise beim Spielen im Garten oder im Sand auf dem Spielplatz die Schuhzeiten zu unterbrechen“, sagt der Sportmediziner.

Der Arzt, der auch die Gefahren des Barfußlaufens sieht, glaube „dass die Vorteile des Barfußgehens überwiegen“.

Personen, die Angst vor Verletzungen haben, könnten auch minimalistische Schuhe mit dünner, flexibler Sohle tragen, die das Gefühl barfuß zu gehen vermitteln.

Kindern mache die Bewegung ohne Schuhe Spaß, weil Füße auch ein Tastorgan seien. Füße hätten ursprünglich genauso viele Nervenzellen wie Hände – allerdings seien sie zum Teil verkümmert.

Quellen: PublicDomain/heilpraxisnet.de am 23.03.2018

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