Natürlich gesund: Aloe vera war für die alten Ägypter die »Pflanze der Unsterblichkeit« (von David Gutierrez)

Im alten Ägypten war Aloe vera als »Pflanze der Unsterblichkeit« bekannt, und der Grund dafür liegt auf der Hand: Neben ihrer wohlbekannten Anwendung als probates Abführmittel und Erste-Hilfe-Balsam bei kleineren Verbrennungen, Schnitten und Schürfwunden hat Aloe auch zahlreiche andere nützliche medizinische und nutritive Eigenschaften und kann sowohl äußerlich als auch innerlich verabreicht werden.

Die Aloe-vera-Pflanze ist in Afrika und Teilen des Nahen Ostens beheimatet, wo sie seit Jahrtausenden als Heilmittel verwendet wird. Im 18. und 19. Jahrhundert gehörte sie zu den – auch von westlichen Ärzten – am häufigsten verordneten Arzneien. Und auch heute ist sie eines der beliebtesten und am weitesten verbreiteten pflanzlichen Heilmittel.

 

Aloe vera heilt und befeuchtet

Das aus den Aloe-vera-Blättern gewonnene Gel ist eine erstaunliche Heilsubstanz. Es besteht zu rund 95 Prozent aus Wasser, die anderen fünf Prozent enthalten viele entzündungshemmende, antioxidative und antimikrobiell wirkende Enzyme. Darauf beruht zu einem Großteil der Nutzen bei kleineren Hautverletzungen wie etwa Verbrennungen – auch bei Sonnenbrand. Die Fähigkeit der Aloe vera, die Haut zu befeuchten und zu versiegeln, macht sie bei Sonnenbrand sogar besonders effektiv.

Aufgrund ihrer heilenden und hydrierenden Wirkung ist die Aloe auch eine großartige Alternative für Rasiercremes oder –gele; sie nährt die Haut und fördert die Heilung kleiner Schnitte oder Abschürfungen, die beim Rasieren nun mal passieren. Dafür kann Aloe auch mit Mandel- oder Eukalyptusöl vermischt werden.

Die äußerliche Anwendung der Aloe vera ist jedoch nicht auf solcherlei Erste-Hilfe-Maßnahmen beschränkt. Sie kann auch gut Make-up entfernen: Einfach einen kleinen Klecks Aloe-vera-Gel auf einen Wattebausch geben und damit das Gesicht reinigen.

Mit Aloe eingeweichte Wattepads können Sie auch im Kühlschrank lagern und damit bei Bedarf verquollene Augen lindern. Die heilenden und antimikrobiellen Eigenschaften der Pflanze wirken auch in der Mundhöhle: Aloe vera heilt Geschwüre im Mund (Aphten), entfernt Plaque und verhindert Mundgeruch.

 

Die innerliche Anwendung ist sogar noch wirksamer

Doch im Gegensatz zu vielen anderen pflanzlichen Heilmitteln ist Aloe-vera-Gel auch ein Superfood. Es enthält zahlreiche Mineralien – darunter Kalzium, Chrom, Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Kalium, Selen und Zink –, die wichtige Nährstoffe liefern und den Stoffwechsel ankurbeln. Aloe vera enthält 20 der 22 essenziellen Aminosäuren sowie die Vitamine A, C, E, Cholin, Folsäure, B1, B3, B6 und sogar B12, das normalerweise nur in tierischen Produkten zu finden ist (weshalb es für Veganer so schwer ist, genügend B12 aufzunehmen). Aloe enthält anscheinend auch Komponenten, die die Aufnahme und die Verwertung von Vitamin B12 fördern.

Insgesamt tummeln sich im Aloe-vera-Gel mehr als 200 biologisch aktive Substanzen, unter anderem Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, Polysaccharide und Enzyme. Zu Letzteren gehören Amylase und Lipase, die die Verdauung von Zucker und Fett unterstützen. Außerdem enthält Aloe vera Salicylsäure, den aktiven Wirkstoff, der die Weidenrinde zum Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Antimikrobiotikum macht (und aus dem Aspirin hergestellt wird).

Innerlich angewendet kann Aloe Infektionen bekämpfen, das Immunsystem und die Verdauung unterstützen, toxisches Material aus den Verdauungsorganen entfernen und Entzündungen in Gelenken und im Darm lindern.

Da Aloe-vera-Gel leicht bitter schmeckt, mischen es viele zur innerlichen Anwendung in Smoothies oder andere Getränke.

Aloe-vera-Gel ist in den meisten Naturkostläden erhältlich. Sie können es aber auch selbst aus den frischen Blättern der Pflanze herstellen, die viele Gartencenter oder Gärtnereien führen und die in Töpfe oder in den Garten gepflanzt werden kann. Pressen Sie einfach den Saft aus dem ganzen Blatt oder dem inneren Filet des Blattes. Für die äußerliche Erste-Hilfe-Anwendung können Sie auch ein Blatt aufschlitzen und dieses auf den Schnitt, die Schramme oder die Verbrennung legen.

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