Spiritualität & Erwachen: Den Weg der Seele gehen (von Oliver Bartsch)

Wer seinen Seelenplan über alle Leben hinweg kennt, wird Glück, Leichtigkeit und Erfüllung finden. Angelika Gulders „Seelen-Navigator“ verspricht, den Weg der Seele zu entdecken, indem in sieben Schritten archetypische Seelenrolle, seelische Lernaufgaben und Seelenziele enthüllt werden. Ein Selbstversuch von SEIN-Redakteur Oliver Bartsch

Was ist meine Berufung? Was ist meine Bestimmung? Was ist meine Lebensaufgabe? Diese Fragen haben mich schon mein ganzes Leben fasziniert, ohne dass ich der Antwort näher gekommen bin. Bis mir vor zehn Jahren das Buch von Angelika Gulder „Finde den Job, der dich glücklich macht“ über den Weg gelaufen ist. In ihrem Karriere-Navigator hat Deutschlands erste Berufungsfinderin ein System entwickelt, wie man von seinem Beruf zu seiner Berufung findet. Das sogar von der „Stiftung Warentest“ mit sehr gut bewertete Buch hat mich und viele andere Menschen auch, denen ich das Buch empfohlen habe, der Berufung näher gebracht. Ich wusste zwar schon immer, dass ich schreiben wollte, aber nicht über was. Ich habe mich dann vom Lokaljournalisten zum Fachjournalisten und Online-Redakteur umschulen lassen, der über seine Lieblingsthemen Psychologie, Spiritualität und Postwachstumsökonomie schreibt. Gleichzeitig habe ich eine Ausbildung zum Gestalttherapeuten gemacht und war Deutschlands erster professioneller Selbsterfahrungs-Seminartester, weil ich ganz viele verschiedene Heilmethoden kennen lernen wollte, um mein Beziehungstrauma zu heilen.

Heute weiß ich, dass alle diese Erfahrungen von meiner Seele initiiert wurden, weil es in meinem Seelenplan so vorgesehen ist. Was mir in dem ersten Buch von Angelika Gulder gefehlt hat, war der spirituelle Aspekt meines Daseins. Einen Job zu haben, der mich glücklich und zufrieden macht, schön und gut, aber was ist mit meiner Seele? Gibt es auch eine Berufung für die Seele, einen Weg der Seele? Gibt es einen tieferen Grund für mein Leben, der sich nicht nur im Beruf, sondern auf allen Ebenen des Seins bemerkbar macht? Gibt es vielleicht sogar einen übergeordneten Seelenplan, der für alle Inkarnationen meiner Seele über alle Leben hinweg gilt? Mit diesen spirituellen Fragen beschäftigt sich Angelika Gulder in ihrem neuen Buch „Der Seelen-Navigator – in 7 Schritten zu deinem wahren Lebensplan“. Ich habe dieses Arbeitsbuch durchgearbeitet und möchte von meinen Ergebnissen berichten.

Die Grundannahmen über den Weg der Seele

So wie Angelika Gulder gehe ich von folgenden Grundannahmen aus für den Weg der Seele:

  • Alle Menschen sind Seelen, die vorübergehend in einem menschlichen Körper wohnen
  • Alle Seelen sind Teil des Ganzen, der Schöpfung, des Bewusstseinozeans
  • Jede Seele stammt aus dem Ganzen und geht am Ende allen Lernens wieder im Ganzen auf
  • Die Seele ist unsterblich und unendlich
  • Die Welt und unser Körper besteht aus einem materiellen und einem feinstofflichen Teil
  • Der Seele zur Seite stehen Helfer wie Schutzengel, Geistführer oder Verstorbene aus der feinstofflichen Ebene
  • Die Seele ist mit einem freien Willen ausgestattet und wählt sich selbst ihre Lebensthemen aus
  • Das Entwicklungsziel für alle Seelen ist gleich: Die Rückkehr in die allumfassende Liebe des Ganzen, nachdem alle Lektionen gelernt sind

Die archetypische Seelenrolle für alle Leben

Gleich der erste Schritt auf dem Weg der Seele ist ein großer und gewaltiger Schritt. Es geht darum, deine Seelenrolle über alle Leben hinweg zu erkennen. Es geht gewissermaßen um die Urmatrix deiner Seele, um die Seelenrolle, die für alle Leben gleich ist. Angelika Gulder übernimmt hier die sieben Seelenrollen, die von Varda Hasselmann die „Archetypen der Seele“ genannt wurden. Es sind dies der Heiler, der Künstler, der Krieger, der Gelehrte, der Weise, der Priester und der König. Ich habe herausgefunden, dass ich die Seelenrolle „Der Weise“ habe. Ich hätte auch „der Gelehrte“ oder „der Heiler“ sein können, doch weder bin ich zufrieden, wenn ich andere Menschen glücklich mache wie der Heiler, noch bin ich mehr an Wissen als an Menschen interessiert wie der Gelehrte.

Ich habe mein Wissen bereits mitgebracht, und in der Tat erfahre ich nichts Neues, wenn ich mir Wissen aneigne. Der Selbstausdruck und die Erfahrung waren mir immer wichtiger als das Wissen selbst. Ich geh den Weg der Seele, indem ich Erfahrungen sammle auf verschiedenen Wissensgebieten, um daraus die Essenz zu destillieren, um aus den einzelnen Teilen ein Ganzes, eine Synthese zu entwickeln, die mehr ist als die Summe seiner Teile. Mein ganzes Leben lang versuche ich die Essenz von dem zu bestimmen, was ich höre, was ich sehe und was ich lese, versuche ich Dinge auf den Punkt zu bringen und das in Form von Texten zu kommunizieren. Diese Synthesefähigkeiten des Weisen, der damit Themen und Menschen zusammenbringt und damit Entwicklungen für einzelne Menschen oder die ganze Menschheit anstößt, haben mich in diesem Leben so lang ich denken kann begleitet. Diese Seelenrolle über alle Leben hinweg fühlt sich für mich sehr stimmig an, obwohl ich von meinen früheren Leben nicht viel weiß, außer dass ich viel mit Schreiben und Texten und geistigen Auseinandersetzungen zu tun hatte.

Der Seelen-Archetyp für dieses Leben

Was ist der Weg der Seele in diesem Leben? Der Seelen-Archetyp für dieses Leben ist eine Kombination aus der mythologischen Heldenreise, der Numerologie auf Basis des Geburtsdatums und den Archetypen des Tarots. Je nach Geburtsdatum können das ein, zwei oder sogar drei Seelen-Archetypen sein. Der Psychoanalytiker C. J. Jung, der viel über die Archetypen der Seele forschte, entdeckte, dass die Stationen der Heldenreise sich in der großen Arkana (den ersten 22 Karten) des Tarots wieder finden. Damit rücken die Tarotkarten aus der esoterischen in eine tiefenpsychologische Ecke und ermöglichen es, auf einer soliden, psychologischen Basis zu arbeiten. Es gibt also 22 Seelen-Archetypen, die du auf Basis der Quersumme deines Geburtstages berechnen kannst. Bei meinem Geburtsdatum 25. 7. 1961 kommt die Quersumme 4 heraus, ich bin also „der Herrscher“.

Mit diesem Seelen-Archetyp hatte ich so meine Schwierigkeiten, besonders mit dem Satz: „Der Herrscher besitzt Führungsqualitäten und ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, weswegen er oft das Oberhaupt eines Familienbetriebs ist.“ Ich habe weder eine Firma mit Mitarbeitern noch eine Familie mit Kindern gegründet. Das hängt sicherlich mit meiner Seelen-Lernaufgabe zusammen, in meine männliche Kraft zu kommen und mit meinem Vater Frieden zu schließen, der mir männliche Kraft, Autorität und Struktur vererbt hat. Die männliche Kraft wollte ich aber nicht annehmen, weil ich wütend auf meinen Vater war, weil er als Kapitän zur See viel zu selten für mich da war.

Bei näherer Analyse entdeckte ich immer mehr den „Herrscher“ in mir. Ich lebe immer mehr meine männliche Kraft (die ich beim Männer-Mentoring entdeckt habe), stehe zu meinen sexuellen Bedürfnissen, habe mich als Online-Redakteur und Fachjournalist selbstständig gemacht, erschaffe mit meinen geistigen Kindern, den Texten, etwas Bleibendes und helfe als Gestalttherapeut beziehungstraumatisierten Menschen dabei, in ihr Potential zu kommen.

Den Genius finden

Der Genius hat viel mit der Berufung zu tun, geht aber noch darüber hinaus. Unter Genius versteht Angelika Gulder das, was du der Welt als einmaliges und einzigartiges Geschenk machen kannst. Der Genius ist der Kern dessen, was du in diesem Leben bist, deine allerinnerste Grundfähigkeit, deine dir angeborene, natürliche Kraft. Der Genius gilt nur für ein Leben und ist ein anderer, wenn deine Seele wiedergeboren wird. Diesen Genius zu finden hat bei mir lange gedauert. Die Frage, die ich mir dazu gestellt habe war: Welche Eigenschaft, welche Grundfähigkeit zeichnet mich mein ganzes Leben lang aus, über alle Tätigkeiten, Gedanken und Beziehungen hinweg? Die Antwort lautet: Zusammenhänge erkennen und darstellen. Dauernd versuche ich mir einen Überblick zu verschaffen, egal ob ich mich in ein Themengebiet einarbeitete oder eine Frau kennen lerne, dauernd versuche ich Struktur in das Chaos zu bringen, sei es in die Unübersichtlichkeit der Therapiemethoden oder in mein Gefühlsleben, und dauernd versuche ich Klarheit zu gewinnen über mich, wie ich und die anderen ticken und wie alles miteinander zusammenhängt.

Die Berufung

Ich bin Generalist und kein Experte für ein bestimmtes Wissensgebiet, worunter ich sehr gelitten habe, weil ich ja keine Ahnung hatte von Physik, Chemie oder Biologie, dafür aber sehr interessiert daran war, wie denn Physik, Chemie und Biologie zusammenhängen, wie das Leben also als Ganzes funktioniert. Ich interessiere mich nicht für einzelne Aspekte der Psyche wie zum Beispiel die Gedächtnisleistung, sondern für die menschliche Psyche im Allgemeinen und wie Körper, Geist und Seele zusammenhängen. Diese Beispiele könnte ich endlos fortsetzten, immer suche ich nach Gemeinsamkeiten, übereinstimmenden Merkmalen und Gesetzmäßigkeiten, die für alle menschlichen Psychen gelten, die für das Leben im Allgemeinen gilt.

Unter dieser Prämisse war es klar, dass ich nicht nur einen Beruf ausübe, sondern mehrere Berufe. Diese drei Berufe, die ich alle mit großer Leidenschaft betreibe, sind Journalist und Online-Redakteur, Gestalttherapeut und Lernbegleiter. Als Fachjournalist beschäftige ich mich mit meinen Lieblingsthemen Psychologie, Spiritualität und Postwachstumsökologie und versuche Zusammenhänge darzustellen, als Gestalttherapeut versuche ich ältere Menschen in ihr Potential zu führen und als Lernbegleiter versuche ich junge Menschen in ihr Potential zu führen.

Die Big Five der Seele

Bei den Big Five der Seele geht es um konkrete Ziele oder Projekte, die du in diesem Leben unbedingt noch erreichen willst, damit es ein erfülltes Leben wird.  Es geht dabei nicht um die kleinen Ziele, wie eine bestimmte Reise zu machen oder ein eigenes Haus zu kaufen, sondern um die übergeordneten Metaziele. Dazu kannst du dir die Frage stellen, was du machen möchtest, wenn alles möglich wäre (wenn also Geld, Zeit und Fähigkeiten keine Rolle spielen), oder die Frage stellen, was du mit 50 Millionen € anfangen würdest oder dir die Frage stellen, was du alles machen willst, bevor du den Löffel abgibst (die sogenannte Löffelliste). Bei mir kam folgende Liste heraus:

  • Bücher und Texte über die Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele schreiben
  • In einer Partnerschaft meine männliche Kraft leben
  • In einer Gemeinschaft leben, wo Beziehungen erforscht werden und wo solidarisch gewirtschaftet wird
  • Natur und Stille beim Bergwandern erleben
  • Achtsamkeit gegenüber meinem Körper, Geist und Seele entwickeln (regelmäßiges Meditieren)

Die Seelen-Lernaufgaben

Alle Seelen haben die Aufgabe, sich intensiv zu entwickeln, belastendes Karma aus früheren Leben zu heilen und aus tiefsten Herzen lieben zu lernen. Darüber hinaus hat jede Seele ihre ganz eigenen, individuellen Lernthemen und Herausforderungen mitgebracht, an denen sie Erfahrungen sammeln und wachsen kann. Deine Seelen-Lernaufgaben findest du in den Schattenseiten deiner grundsätzlichen Seelenrolle, in den Schattenseiten  deines Seelen-Archetyps für dieses Leben und natürlich in den roten Fäden deiner Biografie.

In meiner Seelenrolle als Weiser hatte ich oft mit der Gefährlichkeit der Weitergabe von Wissen zu tun. Mein Lieblingsbuch ist übrigens „Der Name der Rose“ von Umberto Eco, wo es ja auch darum geht, Wissen in Form eines Buches zu verbergen, um die Kirchendoktrin nicht zu gefährden…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/den-weg-der-seele-gehen/

http://erst-kontakt.jimdo.com/

http://erstkontakt-events.jimdo.com/

Peace, Love & Unity……die EK-REdaktion

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Über erstkontakt blog

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9 Antworten zu Spiritualität & Erwachen: Den Weg der Seele gehen (von Oliver Bartsch)

  1. tulacelinastonebridge schreibt:

  2. tulacelinastonebridge schreibt:

    ◾Das Entwicklungsziel für alle Seelen ist gleich: Die Rückkehr in die allumfassende Liebe des Ganzen, nachdem alle Lektionen gelernt sind………………. 🙂

    Das Entwicklungsziel für alle Seelen ist gleich, nämlich die Bewusstwerdung selbst.

    Es gibt nur diese EINE Lektion. Alles andere ist Leben in Hülle und Fülle! ❤

  3. tulacelinastonebridge schreibt:

    Der Aspirant und der Satguru

    Es war einmal ein junger Aspirant, der wollte wissen: „Was ist Gott?“ Darüber dachte er nach und kam zu keinem Ergebnis. Da fragte er viele Menschen und jeder gab ihm eine andere Antwort. Darauf las er fünfundzwanzig verschiedene Bücher und aus ihnen erhielt er fünfundzwanzig unterschiedliche Antworten.

    Da dachte er: „Ich muss zu jemandem gehen, der mir eine überzeugende Antwort geben kann. Und wer kann das sein? Nun, bestimmt nicht jemand, der nur von Gott gehört oder nur über ihn spekuliert hat. Nein, ein selbstverwirklichter Guru muss es sein, der eins ist mit Gott.“

    Er erkundigte sich nach einem solchen Meister. Im Dschungel sollte so ein Lehrer leben, vier Tagesreisen entfernt. Also nahm er zehn Tage Urlaub und begab sich auf den Weg. Flüsse musste er durchschwimmen, Moraste durchwaten und fünftausend Mücken stachen ihn. Nach vier Tagen erreichte er die Hütte des Meisters. Er klopfte an die Tür, doch niemand öffnete. Er klopfte noch einmal, immer noch blieb es still. Er wartete eine ganze Stunde vor der Hütte, doch niemand kam. Da öffnete er vorsichtig die Tür und sah in das Halbdunkel hinein. Er sah den Meister meditierend dort sitzen. Leise setzte er sich zu ihm und meditierte ebenfalls. Nach einer weiteren Stunde öffnete der Meister die Augen. Vor ihm saß ein Fremder, der ihn fragend anschaute.

    Sitzend verneigte sich der Schüler und sagte: „Oh großer Meister, ich würde gern wissen: ‚Was ist Gott? Wo ist Gott?’ Die einen sagen: ‚Gott ist im Himmel.’ Die anderen sagen: ‚Gott ist in der Erde.’ Noch andere sagen: ‚Gott ist im Herzen.’ Dann heißt es: ‚Gott ist immanent.’ Und es wird gesagt: ‚Gott ist transzendent.’ Und wiederum andere meinen: ‚Gott ist sowohl immanent als auch transzendent.’ Dann gibt es Menschen, die sagen: ‚Gott ist männlich.’ Andere sagen: ‚Gott ist weiblich.’ Und die nächsten sagen: ‚Gott ist sowohl männlich wie auch weiblich.’ Die einen schwören: ‚Gott hat einen Bart.’ Die anderen sind überzeugt: ‚Gott hat Stoßzähne.’ Oh Meister, bitte sage mir: Wer ist Gott? Was ist die Wahrheit?“

    Der Meister, der seit Stunden meditiert hatte, hörte dem Aspiranten mit Mühe zu. Ruhig saß er da und schließlich antwortete er: „Prajnanam brahman – Bewusstsein ist Brahman, Bewusstsein ist Wahrheit“ und er schloss wieder die Augen.

    Das war alles. Eine ausführlichere Antwort bekam der Schüler nicht. Also begab er sich auf den Rückweg. Flüsse musste er durchschwimmen, Schlangen ausweichen, ein Bär erschreckte ihn.

    Unterwegs dachte der Aspirant: „So weit musste ich reisen, so viele Gefahren auf mich nehmen und der Meister sagt mir nur einen Satz: ‚Prajnanam brahman – Bewusstsein ist Brahman.’ Ist das wirklich die Antwort, die ich suche? Und der Meister, ist er der Guru, den ich brauche? Ich brauche einen Guru, den ich verehren kann. Ich suche einen großen Guru, den idealen Guru.“

    Aber dann dachte er: „Und ich, bin ich denn der ideale Schüler?

    Und so viele Worte habe ich gesprochen, musste ich so viel reden? „Nun“, dachte er weiter, „in Büchern steht, der weise Dattatreya brauchte keinen menschlichen Guru. Eine unscheinbare Biene war seine Lehrerin. Von ihr lernte er, dass man bei schönem Wetter Nahrung sammeln muss, um im Winter nicht zu hungern. Und eine andere Biene lehrte ihn, den Sinnen nur mit Bedacht zu folgen, denn sie war abends bereits ziemlich beladen in eine Blüte gekrabbelt, um auch diesen Nektar in den Stock zu tragen. Aber die Blüte hatte sich geschlossen, ein Elefant war des Weges gekommen und hatte sie mitsamt der Biene zertrampelt.“

    „Ja, einen Satz nur hat der Meister zu mir gesagt. Was hat er mit ihm gemeint: ‚Prajnanam brahman – Bewusstsein ist Brahman?’ Ist das wirklich so? Wenn ich nun ohne Bewusstsein wäre?“ Er erschrak. „Oh“, rief er, „ohne Bewusstsein wäre ich ja tot! Und was wären die Tiere ohne Bewusstsein? Sie wären ebenfalls tot. Und was wären die Pflanzen ohne Bewusstsein? Sie wären abgestorben.“

    Er erkannte, dass die Erde ohne das Bewusstsein der Lebewesen ein entsetzlicher Ort wäre. Da schaute er plötzlich die Natur mit ganz anderen Augen an.

    Dort, in diesem Schmetterling also, der da an ihm vorüber gaukelte, war Bewusstsein! In den Bäumen, die ihn umgaben, war Bewusstsein! In den Bächen, die er durchwaten musste, war Bewusstsein! Er erkannte: „Gott ist nicht irgendwo im Himmel und nicht irgendwo in der Erde. Und unwichtig ist es, ob er transzendent oder immanent ist. Ja, unwichtig ist es sogar, ob er existiert oder nicht, sondern wichtig allein ist das Bewusstsein, das Bewusstsein in uns und um uns herum, und wichtig ist es, das Bewusstsein zu spüren und zu erkennen.“

    Mit diesem Wissen kehrte er in sein Dorf zurück. Klar sah er: Überall ist Bewusstsein, Gott ist Bewusstsein. Aber dann tauchte eine neue Frage auf. Man sollte Gott ja nicht nur erkennen, sondern auch verwirklichen. Wie konnte er denn Gott verwirklichen? Danach drängte es ihn doch. Er beschloss, den Meister noch einmal zu besuchen. Wieder kämpfte er sich durch den Dschungel. Die Moskitos stachen ihn zu Tausenden. In einem Fluss, der während der Monsunzeit Hochwasser führte, ertrank er beinahe. Doch schließlich stand er wieder vor der Hütte des Meisters. Er klopfte, wartete und trat dann ein. Der Meister meditierte schon wieder und der Aspirant setzte sich zu ihm.

    Irgendwann kam der Meister aus seiner Meditation heraus und der Schüler sagte: „Oh Meister, ich habe erkannt: ‚Prajnanam brahman.’ Tatsächlich, Gott ist Bewusstsein. Ich habe erkannt, Bewusstsein ist das Wesentliche, das Schöne im Universum. Und ohne Bewusstsein ist alles sinnlos. Den Körper liebt man nicht des Körpers wegen, sondern weil Bewusstsein in ihm ist. Die Schönheit liebt man nicht der Schönheit wegen, sondern weil sich in ihr Bewusstsein verbirgt. Und wir muten unserem Körper vieles zu und kräftigen ihn, weil das Bewusstsein uns dazu drängt. Verlässt das Bewusstsein eines Tages unseren Körper, dann hat er keine Bedeutung mehr und das Bewusstsein wandert weiter. Das habe ich erkannt, aber oh großer Meister, es heißt, man soll Gott nicht nur erkennen und spüren, sondern auch verwirklichen. Wie verwirkliche ich Gott?“

    Der Meister hatte zugehört: „Tat twam asi.“, sagte er.

    „Das Bewusstsein, das du überall gesehen, gespürt und erkannt hast, ‚tat twam asi’ das bist du’.

    Und er schloss wieder die Augen und versank in tiefe Meditation. Mühselig war der Weg des Schülers zurück durch den Dschungel. Vor einem zornigen Wildelefanten musste er um sein Leben rennen. Nachdem er sich gerettet hatte, wanderte er weiter und ständig dachte er an den Satz: „Tat twam asi. Tat twam asi.“

    Auf einmal rief er: „Aber ja, natürlich, warum bin ich nicht schon früher da rauf gekommen? Mein Bewusstsein ist ein Teil des unendlichen, absoluten und göttlichen Bewusstseins. Aham brahmasmi – ich bin Brahman.“ Dieser Gedanke durchfuhr ihn, durchdrang alle seine Zellen und ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchströmte ihn. „Ayam atma brahman“, flüsterte er: „mein Selbst, dieses Selbst ist Brahman.“

    Und dann spürte er das Absolute, das Göttliche. Nicht nur in seinem Körper, sondern auch in den Vögeln, in den Bäumen, in den Wolken und im Himmel. Sein Bewusstsein war eins mit dem Bewusstsein in allen Körpern und allen Erscheinungen um ihn herum. Keine Trennung, keinen Unterschied gab es mehr. So kehrte er in seinen Heimatort zurück. Aber je länger er in seinem Haus lebte und den alltäglichen Arbeiten nachging, umso unsicherer wurde er, ob das, was er gefühlt und gedacht hatte, auch die Wahrheit war. Dachte er tief genug, konnte er seinem gefühlsmäßigen Verständnis trauen? Nach ein paar Monaten, als er sich von seinen Pflichten wieder für zehn Tage frei machen konnte, begab er sich noch einmal zu seinem Guru. Wiederum war der Weg beschwerlich und gefährlich. Aber dann stand er vor der Hütte, klopfte und trat ein. Der Meister erwartete ihn bereits.„Nun, mein Sohn, was kann ich für dich tun?“, fragte er.

    Der Schüler sagte: „Oh großer Meister, bei meinem vorigen Besuch hast du mir gesagt: ‚Tat twam asi.’ Ich habe darüber nachgedacht und meditiert, und ich habe die Einheit mit allem gespürt, aber ich bin mir nicht sicher.“

    Der Lehrer sagte: „Ayam atma Brahman – dieses Selbst ist Brahman.“ Dies war die Bestätigung. Dieser Satz räumte alle Zweifel aus. „Aham Brahmasmi – ich bin Brahman“, sagte der Aspirant und erreichte Nirvikalpa Samadhi (höchster überbewusster Zustand, ohne Dualität).

    • BixRon schreibt:

      Danke ❤ ❤ ❤

      BIX ☀

    • tulacelinastonebridge schreibt:

      …………Parashara ist eine besondere Kraft. Und wenn du ein spirituelles Werk liest, ist es auch immer gut, dich mit dem Autor des Werkes zu verbinden, denn der Autor des Werkes ist auch mit dem Werk zusammen.

      Daher ist es auch etwas Besonderes, Werke zu studieren von Meistern, die die Selbstverwirklichung erreicht haben. Manchmal ist es schöner und vielleicht angenehmer und vielleicht auch irgendwo emotional ansprechender oder weniger störend, wenn man ein Werk liest von einem, der eben nicht so weit spirituell ist, der halt auch ein Aspirant ist. Der kann einiges weitergeben und er kann einiges erzählen. Manchmal fällt es leicht, sich darauf zu beziehen und es wird irgendwo für den modernen Geschmack aufbereitet. Aber manchmal ist es auch gut, direkt von einem Meister etwas zu lesen, die großen Schriften, wie Upanishaden, Yoga Sutra, Bhagavad Gita. All das sind Schriften, die von großen Meistern geschrieben wurden. Und eben auch die Abhandlung über Jyotisha von Parashara. Oder auch Werke von Swami Sivananda. Da kannst du merken, da ist spirituelle Kraft drin. Die Werke sind von ihm jetzt schon einige Jahre alt und sie entsprechen nicht immer dem modernen Zeitgeschmack, aber die Kraft in den Werken von Swami Sivananda ist bis heute spürbar, sie ist bis heute erfahrbar……………..

      Quelle und weiter: Yoga-Vyda

    • sophie1951 schreibt:

      Danke Tulacelina und die Beschreibung des Dschungels, das finde ich, ist auch zutreffend für unsere Umwelt 🙂

      Alles Liebe ❤
      Sophie ⭐

      • tulacelinastonebridge schreibt:

        😀 Ja der Dschungel – ja entsetzlich im Außen aber es gibt sogar Menschen die Leben in diesen Dschungel, die gehen nicht mal so durch um was zu suchen oder zu finden, die leben da drin ohne auf die Idee zu kommen, das es im Dschungelherz vielleicht einen großen Schatz gibt.

        Also so eindeutig Zweideutig. ❤ ❤

    • tulacelinastonebridge schreibt:

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