Natürlich gesund: Eukalyptusöl – ein außergewöhnliches essenzielles Öl (von Dr. Joseph Mercola)

Eukalyptusöl ist ein reines essenzielles Öl mit praktischen und industriellen Anwendungsgebieten und sogar heilenden Eigenschaften. Das Öl wird aus einem schnell wachsenden immergrünen Baum gewonnen, der in Australien beheimatet ist. Das meiste Eukalyptusöl stammt von der Sorte Eucalyptus globulus, dem »Blauen Eukalyptus«.

Erfahren Sie mehr über dieses essenzielle Öl – und wie Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen davon profitieren können.

 

Was ist Eukalyptusöl?

Eukalyptusöl ist das aus den getrockneten Blättern des Eukalyptusbaums destillierte Öl – eine farblose Flüssigkeit mit intensiv holzig-süßem Geruch. Weltweit gibt es mehr als 700 verschiedene Eukalyptusarten, von denen sich aus mindestens 500 essenzielles Öl gewinnen lässt.

Hier eine Liste der gängigsten Arten von Eukalyptusöl:

  1. Eucalyptus polybractea – Das Roh- oder einfach destillierte Öl des kleinen »Blauen Mallee-Eukalyptus« ist reich an Cineol (einem farblosen, flüssigen Terpenether mit kampferähnlichem Duft, der in essenziellen Ölen zu finden ist). Der Cineolgehalt beträgt normalerweise zwischen 80 und 88 Prozent.
  2. Eucalyptus globulus – Diese Art genießt die meiste Aufmerksamkeit von Botanikern wie Chemikern. Sie liefert das bekannteste und meistverwendete Eukalyptusöl, das zwischen 60 und 70 Prozent Cineol enthält. Da das rohe Öl normalerweise nicht die Anforderungen der meisten Arzneibücher erfüllt, muss es aufbereitet werden, um den Cineolgehalt zu erhöhen.
  3. Eucalyptus radiata – Der »Pfefferminz-Eukalyptus« ist ein mittelgroßer Baum mit faseriger Rinde. Das Rohöl enthält 65 bis 70 Prozent Cineol und hat einen sehr erfrischenden Duft.
  4. Eucalyptus citriodora – Der hoch gewachsene »Zitronen-Eukalyptus« musste sich einer Namensänderung unterziehen und heißt nun Corymbia citriodora. Hauptbestandteil des Öls ist Citronellal, und es wird von der Industrie und zum Parfümieren verwendet.

 

Die australischen Aborigines behandeln seit jeher Schmerzen, Fieber, verstopfte Nebenhöhlen und Erkältungen mit Aufgüssen der öligen Eukalyptusblätter.

Bereits in den 1880er-Jahren nutzten Chirurgen bei operativen Eingriffen Eukalyptusöl als Antiseptikum. Und gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Öl in den meisten englischen Krankenhäusern zum Reinigen von Blasenkathetern verwendet.

1948 erkannten auch die USA Eukalyptusöl offiziell als Insektizid und Milbenbekämpfungsmittel (das sowohl Milben als auch Zecken tötet) an.

 

Anwendungsgebiete von Eukalyptusöl

Laut MedlinePlus wird verdünntes Eukalyptusöl bei Schmerzen und Entzündungen der Atemwegsschleimhäute, Husten, Asthma, Bronchitis, Nebenhöhlenschmerzen und -entzündungen sowie bei Atemwegsinfekten oral eingenommen. Äußerlich wird es als Antiseptikum, Insektenschutz und Heilmittel bei Wunden, Brandwunden und Geschwüren angewendet.

Zur Behandlung von Schleimhäuten (um etwa Allergien und Asthma sicher und effektiv zu behandeln) kann man einen Tropfen Eukalyptusöl auf einen Bio-Wattebausch geben und es ein paarmal täglich tief einatmen. Ich empfehle zudem, zum Inhalieren ein paar Tropfen in Wasser aufzulösen oder in einen Zerstäuber zu geben – oder mischen Sie ein paar Tropfen ins Badewasser.

Eukalyptusöl dient auch als Duftstoff in Parfüms und Kosmetika und ist in vielen Mundspülungen, Einreibemitteln und Salben, Zahncremes, Hustenbonbons und Lutschtabletten enthalten.

Normalerweise wird es mit anderen Ölen gemischt, damit es leichter von der Haut aufgenommen wird. Dies fördert die Befeuchtung, weshalb das Öl in Hautpflegemitteln wie ein natürlicher Sonnenschutz wirkt.

Es gibt unterschiedliche Arten, Eukalyptusöl anzuwenden: aromatherapeutisch, äußerlich und innerlich. Beispielsweise kann es mit einem Trägeröl, etwa Kokosöl, auf die Haut aufgetragen werden. Ich empfehle, mit einem Tropfen Eukalyptusöl auf ein bis drei Teelöffel Trägeröl zu beginnen und die Menge nach Bedarf zu erhöhen.

 

Bestandteile von Eukalyptusöl

Eukalyptusöle bestehen aus mehr als 100 Komponenten. Die chemischen Hauptbestandteile sind ɑ-Pinen, ɑ-Phellandren, 1,8-Cineol, Limonen, Terpinen-4-ol, Aromadendren, Epiglobulol, Piperiton und Globulol.

Rohe Eukalyptusöle enthalten manchmal mehr Komponenten in unterschiedlichen Mengenverhältnissen als Öle nach zweifacher Destillierung.

Rohes Eucalyptus-globulus-Öl etwa besteht zu 60 Prozent aus Cineol und zu 40 Prozent aus anderen Komponenten. Nach zweifachem Destillieren enthält das Öl zu 80 Prozent Cineol und zu 20 Prozent andere Bestandteile. Rohöl könnte demnach eine breitere Aktivitätsspanne aufweisen als das raffinierte Öl.

 

Wirkung von Eukalyptusöl

Auf Medical News Today sind detailliert die verschiedenen medizinischen Einsatzgebiete und Wirkungsweisen von Eukalyptus aufgelistet:

  • Antibakterielle Eigenschaften – Eine in Clinical Microbiology and Infection veröffentlichte Studie erbrachte, dass Eukalyptusöl antibakteriell auf pathogene Bakterien in den oberen Atemwegen wirken kann.
  • Schmerzlinderung – Untersuchungen deuten auf eine analgetische Wirkung dieses essenziellen Öls hin. Für eine im American Journal of Physical Medicine and Rehabilitation vorgestellte Studie wurden die Unterarme von zehn Testpersonen mit Eucalyptamint-Salbe eingerieben. Eucalyptamint »rief signifikante physiologische Reaktionen hervor, die für die Schmerzlinderung und/oder als passive Form des Aufwärmens für Sportler nützlich sein können«.
  • Gesunderhaltung der Zähne – Das Öl wirkt gegen kariogene (Karies auslösende) Bakterien und gegen Bakterien, die Entzündungen des Zahnhalteapparats verursachen.
  • Stimulierung des Immunsystems – Laut einer in BMC Immunology veröffentlichten Studie soll Eukalyptusöl-Extrakt die Aktivität des körpereigenen zellvermittelten Immunsystems ankurbeln.

Für viele Personen ein sehr wichtiger Grund, Eukalyptusöl anzuwenden, ist dessen Wirksamkeit gegen mentale Erschöpfung durch Kühlung und Erfrischung. Als Stimulans hilft es, Schlappheit und mentale Trägheit zu überwinden, und vitalisiert »die Lebensgeister von Kranken«.

Nicht nur bei mentaler Erschöpfung wird dieses essenzielle Öl angewendet. Viele wollen damit ihre mentale Aktivität und den Blutzufluss ins Gehirn verbessern. Häufig wird Eukalyptusöl als Form der Aromatherapie beispielsweise in Klassenzimmern eingesetzt.

 

Eukalyptusöl selbst herstellen

Eukalyptusöl wird aus frischen oder teilweise getrockneten Blättern und jungen Zweigen extrahiert und einer Wasserdampfdestillation unterzogen. Sie können selber Öl aus Eukalyptusblättern gewinnen, das spart Geld, und Sie haben immer frisches Öl zur Hand. Und so geht’s:

Das benötigen Sie:

  • Küchenwaage
  • Eukalyptusblätter
  • Olivenöl, Kokosöl oder ein anderes Trägeröl
  • Schongarer
  • Feinmaschiges Sieb
  • Luftdicht verschließbares dunkles Einmachglas

Herstellung:

  1. 50 Gramm frische Eukalyptusblätter mit der Faust zerreiben, um das ätherische Öl freizusetzen. Je nach Größe des Schongarers brauchen Sie eventuell mehr oder weniger Blätter.
  2. Die zerriebenen Blätter in den Schongarer geben.
  3. Für jeweils sieben Gramm Blätter eine Tasse Öl angießen.
  4. Den Topf mit dem Deckel verschließen und auf niedrige Hitze einstellen. Die Mischung sechs Stunden ziehen lassen.
  5. Das Eukalyptusöl durch ein feinmaschiges Sieb ins Einmachglas gießen.
  6. Das Glas verschließen und mit dem Herstellungsdatum versehen.
  7. An einem kühlen, trockenen Ort gelagert hält sich das Öl sechs Monate. Falls Sie es länger aufbewahren wollen, stellen Sie es ins Gemüsefach des Kühlschranks. Dort hält es sich etwa ein Jahr.

Fertiges essenzielles Eukalyptusöl können Sie auch weiterverarbeiten: Mischen Sie das Öl mit der gleichen Menge Apfelessig. Damit können Sie Problembereiche der Haut einreiben, aber auch Wunden, Geschwüre und Insektenbisse antiseptisch behandeln…

Quelle und weiter: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/dr-joseph-mercola/eukalyptusoel-ein-aussergewoehnliches-essenzielles-oel.html

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