Spiritualität & Erwachen: Läufst du schon im spirituellen Hamsterrad? (von Sabrina Gundert)

Hamsterräder kennen wir meist nur zu gut. Wir finden unser Hamsterrad im Beruf. In der Familie. In der Gesellschaft. Und in der Spiritualität.

Es gibt diese Momente, in denen ich denke: Jetzt muss sich aber wirklich etwas ändern in meinem Leben! Etwas Großes! Und besonders Nachhaltiges! Dann mache ich mir einen Plan. Schreibe mir eine halbe Stunde Yoga (mindestens!) für den Morgen in den Kalender. Davor noch drei Seiten schreiben, danach diese Atemübung, von der mir eine Freundin letztens erzählt hat. Anschließend die Nahrungsergänzungsmittel, das Mantra zum Essen und jede Stunde eine kleine Achtsamkeitseinheit. Am Nachmittag dann wieder eine halbe Stunde Yoga, anschließend eine halbe Stunde Lesen in einem spirituellen Ratgeberbuch. Abends dann nochmals eine halbe Stunde meditieren, den Beckenboden in 15 Minuten trainieren und gute Gedanken in die Welt senden.

Zutiefst Menschsein

Ich gebe zu: Meist endet mein Programm nach Schreiben, Yoga und Atemübung am Morgen. Manchmal kommt noch eine kleine Übung am Abend hinzu. Früher (und manchmal heute noch!) fühlte ich mich deswegen schlecht. Weil ich das Gefühl hatte, nicht genug zu leisten. Andere schienen jeden Morgen eine Stunde zu meditieren, dann noch eine halbe Stunde Yoga zu machen, zwei Stunden in der Natur zu sein, jederzeit in der Stille zu verweilen oder positiv zu denken und am Abend tief erfüllt ins Bett zu fallen.

Das tue ich auch immer wieder. Nicht jeden Tag und doch immer wieder. Aber dazwischen liegen allerhand andere Dinge. Da habe ich mich geärgert über die unnötige Diskussion mit einem Freund, und zwar so richtig. Da habe ich noch ein Stück Schokokuchen gegessen – und es genossen –, statt in dieser Zeit Yogaübungen zu machen. Da habe ich taggeträumt und gedankensinniert. Und einen Film geschaut, der mich zum Lachen gebracht hat, aber der nicht viel mit meinem neuen spirituellen Ratgeberbuch zu tun hatte. Da war ich immer wieder auch mal nicht achtsam, nicht ganz jetzt, nicht höchst spirituell. Aber zugleich zutiefst Mensch.

Dein spirituelles Hamsterrad: Zwischen Schuld und Scham

Ich weiß, dass es nicht nur mir so geht. Wie oft erzählen mir Freundinnen, Bekannte oder auch Menschen in meinen Coachings und Seminaren davon, wie sehr sie diesen Druck spüren, sich bestenfalls 24 Stunden am Tag weiterzuentwickeln. Wie sehr sie sich schuldig fühlen, wenn sie doch wieder einmal in einer negativen Gedankenspirale festhängen oder die Yogaübungen am Morgen ausgelassen haben. Weil es ihnen scheint, als würden alle anderen mehr schaffen als sie, besser sein, entwickelter, spiritueller. Das macht Stress, Druck, führt zu körperlicher Anspannung und Verkrampfung, mitten hinein in das nächste Gedanken- und Stress-Karussell und raus aus dem jetzigen Moment, in dem wir doch eigentlich, durch unsere Übungen und unser Tun, verweilen wollten.

So wie Elke (wie ich sie hier nennen möchte), die mir kürzlich in einem Coaching davon erzählte, dass sie morgens zunächst immer eine zehnminütige Runde im nahegelegenen Park spazieren geht, um anschließend noch eine Viertelstunde Qi Gong-Übungen in ihrem Wohnzimmer zu machen. Nur dass sie die Übungen immer öfter ausfallen ließ oder wenn nur mit Widerwillen machte. Als wir darüber sprachen, wurde schnell klar, dass die Runde im Park das war, was Elke wirklich von Herzen erfüllte. Was sie zur Ruhe brachte und ganz bei sich und in diesem Morgen ankommen ließ. Dass die Qi Gong-Übungen jedoch etwas waren, was sie in einem Kurs gelernt und in ihrem Kopf unter „Muss ich täglich tun, damit es mir gut geht“ abgespeichert hatte. Zugleich spürte sie deutlich, dass es das im Moment nicht für sie war. Dass ihr eigentlich der Spaziergang vollkommen genügte. Und dass die Übungen, die sie sich zusätzlich auferlegt hatte, nichts besser machten, sondern sie vielmehr wieder zurück in die Anspannung brachten, die sie vor dem Spaziergang gespürt hatte. Was für ein Aufatmen war es, als sie dies selbst tief in ihrem Körper spürte. Als sie wieder begann sich zu erlauben, ihren Morgen wirklich mit dem zu füllen, was sie zutiefst erfüllte – und die Qi Gong-Übungen nach Lust und Laune hin und wieder am Morgen im Park einfließen zu lassen, am Abend vor dem Schlafengehen zu machen – oder ganz wegzulassen.

Spiritualität in unserem Leben

Ich glaube, wir dürfen uns wieder daran erinnern, dass wir ursprünglich begonnen haben, das Spirituelle in unser Leben einzulassen, um neue Wege zu gehen. Um mehr Tiefe und Erfüllung in unser Leben zu bringen. Nicht, um uns neue Pflichten aufzuerlegen. Und wir dürfen uns daran erinnern, dass wir sehr wohl zugleich spirituell und Mensch sein dürfen. Dass es menschlich ist, traurig zu sein, wütend, verletzt. Und dass wir zugleich die Fähigkeit besitzen, mithilfe der Achtsamkeit einen Raum zwischen uns und diesen Gefühlen zu schaffen, in dem wir sie betrachten und halten können.

Dass es menschlich ist, nicht immer gleich einen Sinn (wenn denn überhaupt) in einem schlimmen Geschehen zu entdecken. Dass wir manchmal etwas einfach nur blöd oder nervig finden dürfen, statt immer interessant. Dass wir nicht aus jeder Faser unseres Menschseins eine spirituelle Übung machen müssen. Denn manchmal vergessen wir darüber ganz zu leben. Authentisch zu sein, ehrlich, mit uns und mit anderen. Uns unser Lachen, aber auch unseren Schmerz zu schenken. Ihn zu teilen. Sicherlich, sind wir rund um die Uhr in unsere Dramen verstrickt, ist uns damit auch nicht geholfen. Doch zugleich darf es da eine Balance geben, eine Verbindung, zwischen alltäglichem Menschsein und Spiritualität. Ja, vielleicht geht es letztendlich vor allem und besonders darum. Um diese Verbindung. Darum, weder unser spirituelles Wesen noch unser menschliches Wesen zu verleugnen. Sondern in ein neues Ganzes mit beiden zu finden.

Leben als Prozess

Es schmerzt mich immer wieder zu sehen, dass wir heute mit uns und der Spiritualität ebenso umgehen, wie wir es im Beruf im Umgang von unserem Chef mit uns immer abgelehnt haben. Wie wir uns niedermachen, unter Druck setzen, über alle Maßen anspornen. Wie selbst hier der Wettbewerb und das Credo von Größer-Schneller-Weiter um sich greift.

In drei Tagen zur Erleuchtung.
Alles Karma lösen mit einer Übung.
Endlich schuldenfrei mit dieser täglichen Atemübung.

Vielleicht übersehen wir darüber eines: Dass Leben ein Prozess ist. Dass wir doch eigentlich hergekommen sind, um Dinge zu lernen, zu erfahren und vor allem, um zu leben. Dass wir so viel doch über die Achtsamkeit sprechen, über das Leben im Moment (und da schließe ich mich mit ein), um dann eigentlich doch immer schon im nächsten Moment sein zu wollen, in dem wir vermeintlich noch spiritueller, noch erleuchteter, noch weiter entwickelt sind. Und doch: Das Leben ist jetzt. Nur hier. Das ist es. Es fängt nicht erst an, wenn wir schuldenfrei sind, wenn alles Karma gelöst ist und wir erleuchtet sind…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/laeufst-du-schon-im-spirituellen-hamsterrad/

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11 Antworten zu Spiritualität & Erwachen: Läufst du schon im spirituellen Hamsterrad? (von Sabrina Gundert)

  1. karinb14 schreibt:

    Liebe Sabine !

    Dankeschön für diesen Beitrag ! Ja , grins , ich rannte auch mal für einige Wochen in diesem Hamster-Rad hinter irgendwas hinter her . . . ! Und jetzt muss ich über mich selbst lächeln . . . ! 😀

    Licht und Liebe ! ❤ ❤ ❤

    Karin

  2. yamahela schreibt:

    Die Liebe umschmeichelt die Seele – bis wir erwacht sind.

  3. dakma schreibt:

    Bin ich gerade wieder in 3D unterwegs ohne höhere Anbindung sage ich: Tröstlich und richtig
    dieser Beitrag…
    Bin ich gerade mit meinen höheren Schwingungen unterwegs ,sage ich: Es geht um etwas
    anderes…..
    Dakma

    • muniji schreibt:

      😀 😀 😀 ❤ ❤ ❤

      Ich weiß nicht, warum mir gerade jetzt dieser Spruch dazu 'eingefallen' ist, aber hier isser einfach mal: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?"

      Ent-spannen wir uns. 😀

      Ist sicher viel einfacher, als sich ständig mit irgend etwas 'abzumühen'.

      LG – mu 🙂 🙂 🙂

  4. tulacelinastonebridge schreibt:

  5. tulacelinastonebridge schreibt:

    In drei Tagen zur Erleuchtung.
    Alles Karma lösen mit einer Übung.
    Endlich schuldenfrei mit dieser täglichen Atemübung.

    Ich denke diese drei Sätze haben eher was mit Sektenwerbung zu tun bzw. hab ich solche Sätze oder Aussagen noch nie gelesen oder gehört.

    Liebe Sabrina, es ist doch gut sich mal alles von der Seele zu reden und weg ist es und ja nicht wieder zurückholen. ❤

  6. muniji schreibt:

    Klasse Beitrag! – Dankeschön.

    Ich selbst war, was sog. spirituelle Praktiken angeht, schon immer ein ‚Rebell‘.

    Es konnte auch gar nicht anders sein, da ich früh sah und erkannte, wie der bisherige, alte Traum vom ‚gesellschaftlichen Aufstieg‘ – zum neuen Traum vom ‚Spirituellen Aufstieg‘ um-ge-münzt wurde.

    ‚Neuer Wein in alten Schläuchen‘ nenne ich das.

    So lief das 3D-Illusions-Karussell einfach weiter und Viele bemerkten es nicht einmal.

    Manche bis heute nicht.

    Um es zu ‚verlassen‘ genügt es, es zu durchschauen – durch unser Erkennen dessen, was es tatsächlich ist. Das ist immer so und auch der einzige ‚Weg‘.

    ‚Werde, was Du Bist‘ und ‚Sei im Hier und Jetzt‘ sind nur zwei Beispiele dafür.

    Mal ehrlich – wer glaubt immer noch, wir wären ’noch nicht‘ was wir SIND und wer nimmt immer noch an, wir könnten tatsächlich ‚woanders‘ sein – als im HIER und JETZT?

    Was für ein IRR-Sinn – welch‘ illusionäre Vorstellung!

    Schließlich – wären wir wirklich ’noch nicht‘, was wir SIND und ’noch nicht‘ im HIER und JETZT… was und wo wären wir denn d a n n ?

    Das Einzige (wirklich, wirklich einzige!), was es braucht, ist unser komplettes STILLE SEIN – in unserem Inneren. Vollkommen frei und los-gelöst (ab-solut) von allem ‚Müssen, Sollen und Wollen‘.

    Egal, wie ’spirituell‘ wir es uns (von wem auch immer) haben verkaufen lassen.

    Erst dann kann reine BETRACHTUNG und ERKENNEN überhaupt stattfinden.

    Finden sie dann statt, verändert und erweitert sich unser BEWUSSTSEIN ganz von SELBST.

    Und daraufhin auch unser Selbst-Verständnis, unser Selbst-Gefühl und unser Handeln.

    Du willst Dich als ‚EINS erleben mit GOTT‘? Dann mische Dich nicht mehr ein.

    In DEIN SEIN.

    Schau‘ einfach nur – ganz still.

    Und alles wird sich Dir zeigen.

    Einfach so.

    * * *

    Nicht jeder wird mit meinen Worten hier gleich etwas ‚anfangen‘ können, weil noch nicht jeder schon dazu bereit ist, von all seinen ’spirituellen Anstrengungen‘ zu lassen.

    Ich für meinen Teil bin auf diesen Zug niemals ‚aufgesprungen‘.

    Meine FREIHEIT war mir immer wichtiger.

    Ich brauche keinen Blinden, der mich ‚führt‘ .

    Ich kann selber s e h e n.

    Wie wir alle.

    LG – muniji 🙂 🙂 🙂

    • muniji schreibt:

      Ach ja, stilles Betrachten und Nicht-Einmischen ist natürlich nicht als ’neue spirituelle Praxis‘ gemeint – sondern als eine grundlegende, innere ‚Haltung‘.

      24 Stunden am Tag, jederzeit und überall, bei jeder Tätigkeit und in jeder Situation.

      Im Gegensatz um analysierenden, bewertenden und beurteilenden Betrachten mittels unseres Verstandes im Versuch, unser Leben ‚unter Kontrolle‘ zu bekommen.

      Frei von allen mentalen ‚Konzepten‘, die WIRKLICHKEIT ‚fassen‘ zu wollen.

      Nur wer solcherart gänzlich STILL ist im eigenen Inneren, kann das WUNDER des LEBENS überhaupt erst sehen und ‚erkennen‘ – ohne jede Anstrengung.

      Unser Herz geht weit weit auf, sobald wir dies zulassen.

      L I C H T ist ÜBERALL.

      Wir ’schwimmen‘ darin.

      Jeder von uns.

      Öffnet einfach eure Augen. 😀

      LG – mu 🙂 🙂 🙂

      • dakma schreibt:

        …..es geschieht oft ,wenn ich deinen Worten folge, lieber muniji….. ist jedoch ja auch
        noch „eine Praxis“ 😉
        Dakma

      • muniji schreibt:

        Klar, Dakma! ❤

        Versteh' schon. In gewisser Weise 'dauert' es ein wenig, bis sich diese EINS-SICHT in jeden Winkel und jede Zelle unseres Seins ausgeweitet hat.

        Bis wir es gar nicht mehr anders 'kennen'.

        Wir alle zusammen. ❤

        LG – mu 🙂

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