Bewusstsein & Gesundheit: Dein inneres Kind heilen (von Saskia John)

Wir leben in erwachsenen Körpern, doch seelisch sind die meisten von uns noch kleine Kinder: bedürftig nach Liebe, Anerkennung, Geborgenheit und Schutz. Der kontinuierliche bewusste empathische Kontakt mit dem unterversorgten Kind in uns erlöst diese Bedürftigkeit und lässt uns mit der Zeit wahrhaft erwachsen werden, indem wir unser inneres Kind heilen. Unsere Gesundheit verbessert sich und wir sind zunehmend fähig, unsere emotionalen Reaktionen auf die eigene Vergangenheit zu ändern.

Kinder sind von ihren Eltern abhängig und haben ganz konkrete Bedürfnisse: sich zugehörig, geliebt, gehört und verstanden fühlen, Anerkennung, Geborgenheit, Schutz und Nähe erfahren. Werden diese kindlichen Bedürfnisse von den Eltern nicht oder nur ungenügend gesehen und befriedigt, dann streben sie auch dann noch nach Erfüllung und Befriedigung, wenn wir längst erwachsen sind. Wir tragen dann als Erwachsene ein verletztes Kind in uns, das sich zu kurz gekommen, ungesehen, ungeliebt oder alleingelassen fühlt und das ständig versucht, die innere Leere doch noch zu füllen.

Wir suchen diese Bedürfniserfüllung bei anderen Menschen wie Partnern, Kindern, Freunden oder Arbeitskollegen, aber auch Tiere, Arbeit, Schokolade, Alkohol und Drogen, materielle Dinge oder Ablenkungen verschiedenster Art (zum Beispiel Fernsehen, Computer- und Handyspiele) füllen oft die innere Leere aus. Mit anderen Worten: Wir sehen körperlich aus wie Erwachsene, sind jedoch innerlich noch immer klein und emotional in kindlicher Abhängigkeit an unsere Herkunftsfamilie gebunden – obwohl wir längst von zu Hause ausgezogen sind.

Beziehungskonflikte und Krankheitsprobleme durch Altlasten aus der Kindheit

Die unerfüllten Bedürfnisse und „Altlasten“ aus der Kindheit können uns das Leben als Erwachsener schwer machen und zu inneren Spannungen führen, die häufig in Beziehungskonflikten und Krankheitsproblemen oder anderen Eigensabotageakten enden. So geraten manche Erwachsene zum Beispiel immer wieder – ohne dass sie es bewusst dauerhaft ändern können – in angstauslösende Situationen, oder sie reagieren wie ein kleines Kind eingeschnappt, bockig und sauer, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geschieht. Und natürlich: Schuld haben immer die anderen! Solche Reaktionen speisen sich aus dem inneren Mangel und machen dauerhafte tiefe, liebevolle und ebenbürtige Beziehungen nahezu unmöglich. Da der innere Stress und die innere Leere oftmals zwar gespürt, jedoch – da in der Regel unbewusst – nicht verstanden und zugeordnet werden können, werden bockigtrotzige Verhaltensweisen, eine sich verteidigende und rechtfertigende Kommunikation und Gefühle wie Schuld, Scham, Versagens- und Verlassenheitsängste häufig für „normal“ gehalten. „Ich bin eben so!“ wird dann oft gesagt.

Das verletzte innere Kind kann einen Erwachsenen zum Beispiel auch darin blockieren, Geld zu verdienen, Kinder zu bekommen, Entscheidungen zu treffen (zum Beispiel die Arbeit zu wechseln, weil der derzeitige Job wenig erfüllend/zu stressig ist oder Arbeit und Verdienst in keinem gesunden Verhältnis zueinander stehen) oder es lässt Erwachsene mit zunehmendem Alter der eigenen Mutter oder dem Vater in ihren Verhaltensmustern immer ähnlicher werden – ein Albtraum für viele Menschen! Zudem zieht das verletzte innere Kind unbewusst Situationen und Menschen an, die im Grunde vom Erwachsenen nicht mehr gewünscht werden, zum Beispiel, wenn sich herausstellt, dass der neue Partner in seinen Verhaltensmustern sehr demjenigen ähnelt, von dem wir uns gerade schmerzlich getrennt haben.

Inneres Kind heilen: Hilfe zum Erwachsenwerden

Was kann zur Lösung beitragen? Erwachsen-Werden. Das hört sich einfach an, kann jedoch unter Umständen ein längerer Prozess sein, der den Wunsch nach innerer Veränderung im eigenen Leben als auch die Offenheit voraussetzt, sich tiefer auf sich selbst – auf die persönlichen (Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen) und transpersonalen Anteile der Seele – einlassen zu wollen.

Dieser innere Vorgang ist verbunden damit, sich als Erwachsener der Gefühle und Befindlichkeiten des inneren Kindes bewusst zu werden und die Verantwortung für das eigene Handeln und Nicht-Handeln zu übernehmen. Zum Beispiel, indem wir Verhaltensweisen, die wir am anderen als störend und nervig empfinden, als den eigenen Schatten erkennen und uns diesem stellen, sodass er letztendlich integriert, also aufgelöst werden kann. Damit einher geht ein Lern-, Loslass-, Bewusstwerdungs- und Erwachens- Prozess, innerhalb dessen alte und verdrängte Gefühle aus der Vergangenheit ans Licht geholt, bewusst gemacht, transformiert und geheilt werden, sodass diese nicht mehr länger das Leben des Erwachsenen blockieren. Das ist vergleichbar mit einem Menschen, der sich auf den Weg macht, „in die eigene Spur“ zu kommen und den authentischen Lebensplan zu leben. Es ist, wie schon erwähnt, ein Weg der Bewusstwerdung und des Erwachens, der nicht „gemacht“, sondern nur gegangen werden kann … und bekannterweise ist der Weg schon das Ziel. (Therapeutische) Begleiter sind dabei vergleichbar mit einem Wegweiser.

Unterdrückung der eigenen Impulse

Oft wollen Bezugspersonen in eigentlich guter Absicht ihr Kind „erziehen“. Sie vermitteln dies jedoch erpresserisch und auf dominante und machtausübende Weise über ihre Körperhaltung, den Klang der Stimme, den Augenund Gesichtsausdruck („Wenn du aufgeräumt hast, dann darfst/bekommst du …“) und über Liebesentzug durch Ignorieren bis hin zu körperlichen Strafen (im Sinne von „Tu, was ich dir sage, und widersprich mir nicht, sonst…!“). Natürlich kann sich ein kleines Kind in solchen Momenten weder geliebt noch mit den Eltern verbunden, von ihnen verstanden oder sich ihnen zugehörig fühlen. Einen logisch arbeitenden Verstand, der dem Kind in diesem Augenblick sagt, dass Mutter oder Vater (oder wer immer es ist) gerade einfach nur überfordert sind und es, obwohl sie schimpfen, dennoch lieb haben, hat ein kleines Kind noch nicht. Die beispielhaft beschriebene Erziehungssituation löst beim Kind ein Gefühl der Trennung von den Eltern aus, das wiederum – aufgrund der Abhängigkeit von ihnen – existentielle Angst hervorruft. Das Gefühl der Trennung, das Sich-nicht-geliebt-Fühlen und die Existenzangst sind emotional für das Kind so furchtbar, dass es sich innerlich zurückzieht und anpasst in dem Sinne, dass es (letztendlich) macht, was die Eltern sagen, um ihr Wohlwollen, die Harmonie und das Lächeln der Eltern zurückzubekommen und sich dadurch wieder besser fühlen zu können.

Um den Forderungen der Eltern nachkommen zu können, unterdrückt das Kind die eigenen authentischen Wünsche und Impulse (bildlich gesprochen schiebt es diese in den Keller) und verhält sich so, wie es glaubt, dass die Eltern es haben wollen. Um dieser Harmonie willen folgt es den fremden Impulsen statt den eigenen. Dieses Hamsterrad dreht sich während der Kindheit viele Male. Da die Entstehung des Anpassungsmusters bereits in frühesten Kindheitstagen erfolgt, ist dieses oft so unbewusst, dass es dem späteren Erwachsenen – je nach Bewusstsein – nicht oder nur schwer auffällt. Dieser Überlebensmechanismus hat in der Kindheit einen großen Wert, weil dadurch die schmerzhaften Gefühle der Trennung, des Sich-nicht-geliebt-Fühlens und der Existenzangst nicht mehr wahrgenommen werden. Wenn wir diese kindliche Anpassung als Erwachsene jedoch weiterhin fortführen, obwohl wir sie nicht mehr brauchen, führt das innerlich zu immer größeren Spannungen, da die authentischen Impulse und Wünsche nicht gelebt, sondern weiterhin verdrängt werden. Die Spannungen in unserem Inneren wiederum verursachen Wellen, die uns in der Außenwelt in Form von Problemen, Konflikten und Krankheiten entgegentreten. Wie innen, so außen…

Quelle und weiter: https://www.sein.de/inneres-kind-heilen/

http://erst-kontakt.jimdo.com/

http://erstkontakt-events.jimdo.com/

Peace, Love & Unity……die EK-Redaktion

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3 Antworten zu Bewusstsein & Gesundheit: Dein inneres Kind heilen (von Saskia John)

  1. forest schreibt:

    Lieber Hannes. Wichtig ist auch dem Herzen zu folgen sonst macht dir dein Leben kein Spaß. Grüße Forest.

  2. Hannes schreibt:

    Mein inneres Kind hat mir gesagt, was ich mir schon lange wünsche: zu reisen und was zu erleben – doch mein Bürojob lässt es nicht zu.. kannst du mir helfen ? Was richtig und falsch ist? Alle erwarten doch von einem geregeltes Geld zu verdienen und einen sicheren Job zu haben.. Oder gibt es da noch was anderes?

    LG Hannes

    • muniji schreibt:

      Lieber Hannes… 🙂

      Die heutige ‚Botschaft‘ von Jesus: „In deine Kraft kommen…‘ scheint geradezu für DICH gemacht. Ich für meinen Teil würde nur sagen:

      Jemanden wie Dich… gibt es kein zweites Mal.. in allen ‚Welten‘.

      Deine Einmaligkeit und damit auch Einzigartigkeit ’sollten‘ Dir ‚heilig‘ sein. Sie den Erwartungen Anderer an Dich zu unterwerfen… tut in Wahrheit weder Dir gut… n o c h den ‚Anderen‘.

      Weil Deine(!) Einzigartigkeit ein Geschenk ist… an die Welt, an Alles und Jeden… genau so, wie Du WIRKLICH BIST und DICH zum Ausdruck bringen MÖCHTEST!

      Denn nur wenn Du das tust… wirst Du Dir selbst (und damit auch Anderen) eine echte, immer neue FREUDE sein… sogar bereits, wenn die ‚Anderen‘ dies noch gar nicht so recht erkennen können.

      Hab‘ einfach den MUT… wirklich zu LEBEN. 😀

      So wie es einfach DIR jetzt entspricht… denn die ‚Anderen‘ können das nicht für Dich tun… und werden auch niemals die Verantwortung dafür übernehmen…

      Wenn D U es… allein wegen ‚ihrer Erwartungen’… nicht tust.

      Macht das Sinn für Dich, Hannes? 🙂

      LG – muniji 🙂 🙂 🙂

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